Verschmutzung des Taj Mahal beschäftigt oberstes indisches Gericht

Der Taj Mahal ist eines der größten Wahrzeichen Indiens. Einst war sein Marmor blendend weiß, doch zunehmend zeigt sich eine gelbliche, bräunliche und grünliche Verfärbung. Schuld daran sind Insekten und Luftverschmutzung. Jetzt fordert schon der Oberste Gerichtshof Gegenmaßnahmen.

Schließlich ist der Taj Mahal nicht nur eines der bekanntesten Wahrzeichen Indiens, sondern auch UNESCO-Weltkulturerbe. Gleichzeitig zählt er zu den „neuen sieben Weltwundern“. Die Umwelteinflüsse machen dem beeindruckenden Marmorbau jedoch zu schaffen, schließlich verfärbt sich die Fassade schon seit Jahren ins Gelbe, jetzt sind sogar schon grüne und braune Verfärbungen zu sehen.

Rettung des Taj Mahal auch mit Hilfe aus dem Ausland

Beunruhigend wirkt das nicht nur auf indische Bürger, sondern auch auf die Richter des Obersten Gerichtshofs in Indien. Deshalb haben die Richter am Supreme Court die Regierung jetzt angewiesen, sich Hilfe aus dem Ausland zu holen, um so den Taj Mahal zu retten, wie die BBC berichtet. Die Richter nahmen im Urteil kein Blatt vor den Mund und sprachen davon, dass die Expertise womöglich vorhanden sei, aber nicht genutzt werde oder es der Regierung schlicht egal sei.

Dem Bericht zufolge lagen den Richtern Fotos des marmornen Mausoleums von Umweltschützern vor. Diese dokumentieren den Zustand des Taj Mahals. Wie die Aktivisten angaben, seien vor allem die Luftverschmutzung, Insekten und Bauarbeiten an den Verfärbungen der Fassade schuld. Die Richter entschieden sich eindeutig dafür, das „Denkmal zu bewahren“. Sie räumten der Regierung eine Woche Zeit für eine Antwort ein.

Dabei ist das Problem kein neues, schon seit Jahren ist bekannt, dass sich das Marmorweiß des Taj Mahals verfärbt. Bisher hat die Regierung auf ein „Air Pollution Monitoring Laboratory“, regelmäßige Reinigungsmaßnahmen der Fassade und sogar die Schließung umliegender Fabriken gesetzt. Doch diese Maßnahmen reichen offenbar nicht aus, um die Verfärbung aufzuhalten.

Taj Mahal verzeichnet Millionen Besucher pro Jahr

Ebenfalls könnte die hohe Besucherzahl dem Taj Mahal Schaden zufügen, so Experten. Daher hat die Landesregierung zu Jahresbeginn den Zugang zum Taj Mahal für Einheimische limitiert. Im April ging man noch einen Schritt weiter: Die Eintrittskarten sind demnach nur noch für drei Stunden gültig, bisher galten sie den ganzen Tag. Jahr für Jahr besuchen etwa acht Millionen Touristen den Taj Mahal. Am Tag sind das etwa 40.000 Besucher, an Feiertagen sogar 70.000.

Außerdem hatte die Regierung rund um Ministerpräsident Narendra Modi noch eine weitere Idee: Eine Patenschaft für Baudenkmäler. Bei diesem Programm sollen historische Stätten von privaten Unternehmen versorgt werden. Dadurch will die Regierung Betriebskosten und Wartungsarbeiten finanzieren. Die Aktivisten kritisieren diesen Vorschlag heftig, schließlich würde man damit historische Gebäude quasi „verpachten“. Um die Patenschaft für den Taj Mahal bewerben sich derzeit zwei Großkonzerne in Indien.

Der Taj Mahal wurde bereits im 17. Jahrhundert im Auftrag von Großmogul Shah Jahan errichtet. Er ließ das Mausoleum aus weißem Marmor für seine Frau Mumtaz Mahal bauen, die verstorben war. Seither gilt der Taj Mahal nicht nur als Monument der Liebe, sondern auch als bekanntestes Monument Indiens.

Quelle: kry