Tomi Ungerer gestorben

Der bekannte französische Zeichner Tomi Ungerer ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Bekannt wurde er mit seinen Bilderbüchern für Kinder und durch provokante Zeichnungen.

Wie Robert Walter, langjähriger Berater Ungerers, erklärte, starb der Künstler in der Nacht zum Samstag. Aus französischen Medienberichten geht hervor, dass Ungerer im Haus seiner Tochter im irischen Ort Cork gestorben ist.

Über Tomi Ungerer

Tomi Ungerer kam am 28. November 1931 als Sohn eines Uhrmachers in Straßburg zur Welt. Sein bürgerlicher Vorname war Jean-Thomas. Allerdings wanderte Ungerer bereits in den 1950er Jahren in die USA aus, lebte einige Zeit sogar in Kanada. Seit 1976 lebt der Künstler mit seiner inzwischen dritten Frau in Irland.

Alain Fontanel, erster stellvertretender Bürgermeister von Straßburg sagte, Ungerer war „nicht nur ein großer Künstler, er verkörperte auch die Komplexität des Elsass, in seiner Doppelkultur“. Ungerer war unter anderem als Autor und Illustrator von Kinderbüchern bekannt geworden. Die bedeutendsten Werke des Zeichners waren „Der Mondmann“ und „Die drei Räuber“. In Deutschland erfreut sich „Das große Liederbuch“ seit Jahren einer großen Beliebtheit. Das Buch enthält eine illustrierte Sammlung von Volks- und Kinderliedern.

Tomi Ungerer – ein vielseitiger Künstler

Tomi Ungerer veröffentlichte über 150 Bücher im Laufe seiner Karriere. Sie wurden in mehr als 28 Sprachen übersetzt. 40.000 Zeichnungen, darunter über 300 Plakate, Dutzende Ölbilder, Skulpturen und Lithographien sind ebenfalls von ihm gefertigt worden.

Genau das machte Ungerer auch so vielseitig, denn er befasste sich ebenso mit Plakatkunst, mit provokanten Bilderbüchern für Erwachsene sowie erotischen Zeichnungen. 2007 fasste er den Plan, in dem Neckarstädtchen Plochingen eine öffentliche Toilette in Form eines Hinterteils aufzubauen, der für reichlich Aufsehen sorgte.

Ebenfalls 2007 wurde in Ungerers Heimatstadt Straßburg das „Zentrum für Illustration – Tomi Ungerer“ eröffnet. Damit hat man erstmals einen Zeichner noch zu Lebzeiten mit einem eigenen Museum geehrt.

Quelle: dpa