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Roskosmos konnte Raumfrachter „Progress“ nicht retten

Nun ist es Gewissheit: Auf die Ladung des russischen Raumfrachters „Progress“ brauchen die derzeit in der Internationalen Raumstation ISS tätigen Astronauten nicht mehr zu hoffen. Der Raumfrachter ist in den frühen Morgenstunden des 8. Mai 2015 in der Atmosphäre über dem Pazifik verglüht. Das wurde vom Pressesprecher von Roskosmos inzwischen in einem Statement offiziell bestätigt. Wer also kurz nach 4.00 Uhr am Morgen des 8. Mai 2015 ungewöhnliche Lichterscheinungen über dem Pazifik wahrgenommen hat, braucht nicht länger darüber zu spekulieren, ob es eventuell ein UFO gewesen sein könnte.

Welche Konsequenzen sind aus dem Absturz von „Progress M-27M“ zu ziehen?

Die Wissenschaftler der russischen Raumfahrtorganisation Roskosmos forschen derzeit mit Hochdruck nach den Ursachen des Absturzes des Raumfrachters „Progress“, der rund 2,4 Tonnen Lebensmittel, Sauerstoff und technisches Gerät zur Internationalen Raumstation bringen sollte. Die Führungsspitze von Roskosmos hofft derzeit, bis spätestens 13. Mai 2015 genauere Auskünfte zu den Absturzursachen geben zu können. Am 26. Mai 2015 sollte planmäßig ein bemannter Flug zur Internationalen Raumstation gestartet werden. Roskosmos hat mittlerweile ebenfalls offiziell bestätigt, dass dieser Termin verschoben wird. Grund dafür ist die Vermutung, dass die dritte Stufe der Trägerrakete „Sojus“ explodiert ist. Diese Art der Trägerraketen kommt auch bei bemannten Flügen ins All zum Einsatz.

Was ist wissenswert über den Raumfrachter „Progress“

Die Bezeichnung „Progress“ bedeutet im Russischen so viel wie Fortschritt. Die Trägerraketen dieses Typs sind bereits seit Mitte der 1970er Jahre bei der russischen Raumfahrt im Einsatz und gelten allgemein als sehr zuverlässig. Die Raumtransporter der „Progress“-Reihe wurden von den Forschern des heutigen Unternehmens RKK Energija entwickelt und auch bei der Versorgung der russischen Raumstation „MIR“ eingesetzt. Der Raumtransporter „Progress“ besitzt keine Rückkehrkapsel und wird deshalb nach der Entladung an der Raumstation mit Müll befüllt. Er ist so konstruiert, dass er beim Eintauchen in die Erdatmosphäre fast vollständig verglüht. Bisher gab es mehr als vierzig Starts von „Progress“-Raumtransportern, bei denen bisher nur im Jahr 2011 ein Absturz verzeichnet worden war. Seit 2008 verfügen die Raumfrachter „Progress“ über ein dreifach redundantes Flugsteuerungssystem mit einem integrierten Radiotelemetriesystem.

Quelle: dpa