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Niedrigwasser auf dem Rhein: Binnenschifffahrt bekommt Probleme

Dresden, Germany above the Elbe River

Insgesamt gesehen hat es auch 2020 wieder zu wenig geregnet, in der Folge sinken die Pegelstände an deutschen Flüssen. Binnenschiffer bekommen die anhaltende Trockenheit schon wieder zu spüren, denn sie können aufgrund des Niedrigwassers ihre Schiffe nicht mehr voll beladen.

Insbesondere am Rhein ist der Wasserstand sehr niedrig, so dass viele Binnenschiffe nicht einmal mehr die Hälfte ihrer sonst üblichen Ladung befördern können, wie Roberto Spranzi, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt gegenüber der dpa erklärte. Dadurch würden erhebliche Mehrkosten entstehen. Ein Schubverband mit 5.200 Tonnen Tragfähigkeit könne derzeit nur noch rund 2.200 bis 2.400 Tonnen transportieren. Dabei ist der besonders niedrige Pegel Kaub beim Loreley-Felsen in Rheinland-Pfalz mit eingerechnet.

Niedrigwasser auf dem Rhein behindert Schifffahrt

Wie Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde, seines Zeichens Hydrologe, erklärt, sei auf der „Bundeswasserstraße Rhein die Schifffahrt über weitere Strecken behindert“. Weiterhin erklärte er, dass die Schiffe ihren Tiefgang deutlich reduzieren müssen.

Zwar seien die Auftraggeber vielfach verpflichtet, den Binnenschiffern über den Kleinwasserzuschlag einen Ausgleich zu zahlen, allerdings verteuere das den Transport. Daher fahren auf dem Rhein aus wirtschaftlichen Gründen mehr größere Binnenschiffe mit höheren Transportkapazitäten, aber auch mehr Tiefgang.

Pegelstände deutlich unter mittlerem Niedrigwasser

Nach mehreren sehr trockenen Monaten liegen die Pegelstände, insbesondere am Rhein, teils deutlich unter dem mittleren Niedrigwasser. In Emmerich, nahe der Grenze zu den Niederlanden, wurde am Freitagnachmittag nur noch ein Pegel von 76 Zentimetern gemessen. Das mittlere Niedrigwasser liegt hier bei 94 Zentimeter. In Duisburg-Ruhrort lag der Pegel mit 236 Zentimetern knapp unter dem mittleren Niedrigwasser.

In weiten Teilen Europas war auch das Jahr 2020 wieder zu heiß und zu trocken. So hat sich die Trockenperiode in den ersten Monaten des Jahres laut Angaben des Copernicus Climate Change Service von Osteuropa über den gesamten Kontinent ausgebreitet. Schon zu Beginn des Jahres haben insbesondere große Flüsse, wie Elbe, Donau und Warta weniger Wasser als sonst üblich geführt. Im Mai und Juni folgten zwar starke Regengüsse, allerdings erholten sich die Wasseradern trotzdem nur bedingt.

Quelle: dpa