Neue Erkenntnisse zu den Ursachen beim Kincade Fire

strong>Das Kincade Fire ist der größte Waldbrand, der derzeit im Westen der USA wütet. Inzwischen gibt es erste Hinweise auf dessen Entstehung.

Das Kincade Fire wurde am Abend des 23. Oktober 2019 gemeldet. Es breitete sich mit einer extremen Geschwindigkeit aus und vernichtete nach offiziellen Meldungen bis zum Abend des 25. Oktober 2019 Wald auf einer Fläche von rund 96 Quadratkilometern. Aufgrund der extremen Wetterbedingungen machen die Firefighter bei der Eindämmung kaum Fortschritte. Bis zum Freitagabend hatten sie trotz eines massiven personellen und technischen Aufwands gerade einmal fünf Prozent der Fronten am Kincade Fire unter Kontrolle. Ersten Ermittlungen zufolge war ein Schaden an einer Stromversorgungsleitung die Ursache.

Warum sehen die Ermittler diese Ursache beim Kincade Fire?

Der Stromversorger PG & E hatte bereits am Mittwoch kleinere Versorgungsleitungen vorsorglich abgeschaltet. Grund dafür war die Befürchtung, dass die von den Meteorologen prognostizierten Sturmspitzen Schaden anrichten könnten. Allerdings blieben die Überlandleitungen unter Strom. Dort hofften die Techniker von PG & E, dass sie den Windböen schadlos standhalten würden. Allerdings kam es an einer der Überlandleitungen trotzdem zu einem Schaden. An einem Verteiler fiel gegen 21.20 Uhr ein Jumper aus. Die ersten Rauchschwaden beim Kincade Fire wurden nur vier Minuten später direkt im Umfeld des vom defekten Jumper betroffenen Verteilermasts gemeldet. Deshalb gehen die Brandermittler von einem direkten Zusammenhang zwischen dem Kincade Fire und dem Ausfall des Jumpers aus. Bei einem Ausfall eines Jumpers entstehen durch die Entladung ähnliche Bedingungen wie bei einem Blitzeinschlag.

Marode Stromleitungen könnten im Spätherbst 2019 katastrophale Folgen haben

Es ist nicht das erste Buschfeuer, das durch marode Stromleitungen ausgelöst wurde. Auch der verheerende Buschbrand im Norden Kaliforniens im Spätherbst 2018 hatte ähnliche Ursachen. Beim Saddleridge Fire sieht es ebenfalls nach Kurzschlüssen als Ursache aus. Wissenschaftler der Standford University warnen bereits explizit davor, dass es in den nächsten Wochen zu zahlreichen weiteren Waldbränden mit den gleichen Ursachen kommen wird. Dafür wollen die Stromversorger nicht verantwortlich sein. Ihnen scheint es zu teuer zu sein, die schadensanfälligen Stromleitungen zu reparieren und zu erneuern. Stattdessen beugen sie nun mit flächendeckenden Stromabschaltungen vor. Am letzten Oktoberwochenende 2019 könnte das aufgrund der aktuell extrem hohen Waldbrandgefahr bis zu zwei Millionen Haushalte betreffen. Die Stromabschaltungen haben eine riskante Kehrseite, denn die Bewohner der betroffenen Regionen nehmen Generatoren in Betrieb oder bereiten sich das Essen auf dem Barbecuegrill zu. Auch davon gehen erhebliche Brandgefahren aus.

Quelle: California Department of Forestry & Fire Protection, LA Times