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Im Süden Deutschlands droht Hochwasser

Flash Flood Water

Tauwetter und neue Niederschläge erhöhen die Hochwassergefahr im Süden Deutschlands in den nächsten Tagen dramatisch.

Die steigende Hochwassergefahr in Deutschland hat aktuell mehrere Gründe. In den Randlagen der Alpen haben sich in den letzten beiden Wochen immense Schneemassen angesammelt. Nun setzt bis in die Kammlagen Tauwetter ein. Hinzu kommen neue Niederschläge, die aufgrund der Temperaturen im Plusbereich als Regen fallen und das Tauen der Schneemassen beschleunigen.

Welche Regionen müssen mit gefährlichem Hochwasser rechnen?

Die Kombination aus Tauwetter und Dauerregen wird vor allem in Staulagen kritisch. Allein an diesem Wochenende können dort bis zu 180 Liter Tau- und Regenwasser pro Quadratmeter in die Flüsse gelangen. Für den gesamten Alpenraum und den Schwarzwald prognostiziert der Deutsche Wetterdienst Abflussmengen zwischen 70 und 160 Litern pro Quadratmeter. Vom Bayerischen Wald bis zum Vogtland sowie in den anderen Mittelgebirgen in Deutschland kommen nach den Hochrechnungen der Meteorologen 50 bis 80 Liter Regen- und Tauwasser pro Quadratmeter zusammen. Für die Nacht zum Sonntag sagt der DWD das Absinken der Schneefallgrenze und lokal bis zu 10 Zentimeter Neuschnee voraus. In den tieferen Lagen im Südwesten Deutschlands setzt sich das Tauwetter auch in der Nacht fort.

Wo gelten bereits Hochwasserwarnungen in Bayern?

Der Hochwasserwarndienst Bayern gibt an, dass vielerorts jetzt schon die Hochwasserwarnstufe 2 gilt. An einigen Stellen wurden bereits die Pegel für die Warnstufe 3 überschritten. Betroffen ist vor allem der Oberlauf des Mains. Im Gegensatz zum DWD geht der Hochwasserwarndienst Bayern nicht von einer allgemeinen Verschärfung der Situation im Verlaufe des Wochenendes aus, sondern benennt lediglich einige Schwerpunktbereiche. Eine Warnung für die Überflutung bebauter Gebiete in Bayern gilt für die Stadt und den Landkreis Bamberg, den Landkreis Kulmbach, den Landkreis Coburg sowie die dazwischen befindlichen Gebiete.

Wie ist die Lage an den Flüssen in Baden-Württemberg?

In Baden-Württemberg wurde der meldepflichtige Wasserstand aktuell (Stand 30. Januar 2021 um 11:00 Uhr) an 17 Pegeln überschritten. Auf einzelnen Abschnitten des Oberrheins (beispielsweise Pegel Maxau) ist der Wasserstand bereits so hoch, dass die Schifffahrt eingestellt werden musste. Im Verlauf der Donau wird der Scheitel der Hochwasserwelle in der Nacht vom Sonntag zu Montag erwartet. Auch die Anrainer des Mains in Baden-Württemberg müssen sich auf eine Hochwasserwelle einstellen. In Baden-Württemberg gelten aktuell (ebenfalls Stand 30. Januar 2021 um 11:00 Uhr) Unwetterwarnungen. Besonders betroffen ist der Südwesten des Landes. Die Warnungen beziehen sich auf das Zusammentreffen von Regen mit intensivem Tauwetter und die infolgedessen immensen Mengen abfließenden Wassers. In diesen Regionen sollen bis zu 160 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen.

Quelle: DWD, Landesanstalt für Umwelt BW, Hochwassernachrichtendienst Bayern