HPV-Impfung auch für Jungs

Bisher wurde die HPV-Impfung vor allem jungen Mädchen empfohlen. Die Krankenkassen haben die Kosten dafür auch erstattet. Doch das könnte sich schon bald ändern, denn die Impfkommission rät jetzt auch dazu, Jungs gegen die beim Sex übertragenen Viren zu impfen.

Das Kürzel HPV steht für Humane Papillomviren, Viren, die extrem weit verbreitet sind und üblicherweise beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Das Immunsystem kann sie zwar in den meisten Fällen erfolgreich bekämpfen, doch gilt das eben nicht immer. Manchmal können einige Varianten der HP-Viren überleben und Genitalwarzen auslösen, über Jahre hinweg sogar Krebs.

Stiko weitet Impfempfehlung gegen HPV auf Jungen aus

Schon seit einigen Jahren gibt es Impfungen gegen die gefährlichsten HPV-Varianten auf dem Markt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung jungen Mädchen, weitet die Empfehlung jetzt aber auch auf Jungen aus. Im Alter von neun bis 14 Jahren werden Kinder beiderlei Geschlechts am besten gegen die Viren geimpft.

Zunächst hatte man die Impfung nur Mädchen empfohlen, weil die Viren vorwiegend im Verdacht stehen, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Auch Tumore an der Vulva können durch die Viren verursacht werden. Dabei kann das Virus auch Penis- und Analkrebs auslösen und sogar Krebs im Mund- und Rachenraum entstehen lassen. Damit sind HP-Viren längst nicht nur für Frauen, sondern gleichermaßen für Männer gefährlich. Gut 1.000 Krebsfälle bei Männern lassen sich in Deutschland jährlich auf HP-Viren zurückführen. Das zumindest erklärt Harald zur Hausen laut einer Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er wurde mit dem Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung der Zusammenhänge zwischen Krebs und HPV ausgezeichnet und lobte die neue Empfehlung der Stiko.

Stiko-Empfehlung sorgt für Kostenübernahme durch die Kassen

Die HP-Viren können beim Kontakt mit befallenen Hautstellen im Genitalbereich von Mensch zu Mensch übertragen werden. Daher senken zwar Kondome das Infektionsrisiko, können es aber nicht gänzlich ausschließen.

Wenn die Stiko jetzt die offizielle Empfehlung ausspricht, auch Jungs gegen HPV zu impfen, ist dies die Grundlage dafür, dass die Kassen die Kosten übernehmen. Allerdings muss die Stiko dafür ihre Empfehlung erst im Epidemiologischen Bulletin veröffentlichen. Danach kann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über die Kostenübernahme beraten und entscheiden. Der Beschluss wird dann dem Gesundheitsministerium vorgelegt.

Quelle: wbr