Beindruckende Brücken: Goteik-Viadukt in Myanmar

Mit dem Goteik-Viadukt in Myanman möchten wir unsere kleine Reihe zu Brückenrekorden fortsetzen. Dieses Bauwerk durfte zum Zeitpunkt der Eröffnung den Rekord für sich in Anspruch nehmen, die größte Bockbrücke der Welt mit einer Nutzung für den Eisenbahnverkehr zu sein.

Wer mit dem Zug über das Goteik-Viadukt fahren möchte, braucht aufgrund einiger Besonderheiten immenses Vertrauen in die mehr als ein Jahrhundert als Konstruktion und die Erfahrungen der Lokführer, um den Ausblick aus luftiger Höhe genießen zu können.

Welche Besonderheiten hat das Goteik-Viadukt?

Bei der Fahrt über das von Sir Arthur Rendel entworfene Goteik-Viadukt sollte die Passagiere besser nicht daran denken, dass der Bereich um die stützende Konstruktion der 689 Meter langen Eisenbahnbrücke auch heute noch mit einem Minenfeld versehen ist. Die Betreiber halten das für notwendig, um die lebenswichtige Schienenverkehrsstrecke vor einer Zerstörung durch Rebellen zu schützen.

Die Brücke darf höchstens im Schritttempo befahren werden. Deshalb dauert die Passage rund zehn Minuten. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass das Goteik-Viadukt keinen Schutz gegen einen Absturz entgleisender Waggons bietet. Ein hohes Geländer fehlt, denn die Eisenbahnbrücke besitzt nur einen seitlichen Schutz, der mit den Leitplanken einer deutschen Autobahn vergleichbar ist. Dadurch können auch die Ausblicke sehr beängstigend wirken. Immerhin befinden sich die Schienen auf einer Höhe von bis zu 250 Metern über dem Niveau des überquerten Flusses.

Wissenswerte Fakten zum Goteik-Viadukt

Die Brücke ist ein Teilabschnitt der Eisenbahnstrecke zwischen Mandalay und Lashio in Myanmar. Das Goteik-Viadukt wurde zu Jahresbeginn 1900 nach einer achtmonatigen Bauzeit in Betrieb genommen. Der Bau aus amerikanischen Stahl wurde von einem Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Pennsylvania überwacht. Als Vorbild für die Konstruktion aus Stahlfachwerk dienten die Trestle-Brücken. Auf der Eisenbahnbrücke waren bis weit in die 1960er Jahre in Großbritannien hergestellte Lokomotiven und Waggons unterwegs. Das Viadukt besteht aus 15 Stütztürmen und einem Doppelturm. Die größten Fachwerkträger bringen es auf eine Länge vom 37 Metern.

Aufgrund der Nutzungseinschränkungen am Goteik-Viadukt gab es in den 1970er Jahren den Versuch, eine Ausweichstrecke einzurichten. Doch aufgrund der vielen Kurven sowie Gefälle und Steigungen war sie nur ein Notbehelf. Die Trasse konnte nur von sehr kurzen Zügen mit einem Höchstgewicht von 140 Tonnen genutzt werden. Deshalb wurde sie bereits im Jahr 2002 aufgegeben. Inzwischen sind durch die üppige Vegetation nur noch kleine Teile der Ersatzstrecke zu sehen.

Quelle: highestbridges.com