Generalstreik in Hongkong

In der Sonderverwaltungszone Hongkong herrscht heute Chaos. Durch einen Generalstreik wollen Zehntausende Menschen den Verkehr in der gesamten Region lahmlegen.

Zahlreiche Bahn- und Busdienste wurden bereits eingestellt, nachdem Demonstranten die Gleise und Bahnhöfe blockiert hatten. Am Flughafen von Hongkong mussten mehr als 200 Flüge gestrichen werden. Der Generalstreik in Hongkong startete pünktlich zur Hauptverkehrszeit. In acht Bezirken hatte man bereits vorab Proteste angekündigt, an dem Streik wollten sich mindestens 24.000 Menschen aus 20 Sektoren beteiligen, so die Aussage der Organisatoren des Streiks.

Gründe für den Generalstreik in Hongkong

Hauptgrund für den Generalstreik in Hongkong sind Regierungspläne. Vor zwei Monaten begannen die Proteste, die sich vor allem gegen die Pläne richten, Beschuldigte nach China auszuliefern. Dafür soll ein eigenes Gesetz erlassen werden. Seit Mitte Juni breiten sich die Proteste gegen diese Regierungspläne immer weiter aus. Sie richten sich auch gegen die Regierungschefin Carrie Lam, zumal man ihr eine große Nähe zur Regierung in Peking vorwirft.

Gleichzeitig fürchten die Demonstranten, dass sie ihre Freiheitsrechte verlieren, die ihnen 1997 eingeräumt wurden. Damals wurde die einstige britische Kronkolonie an China übergeben. Die Streikenden fordern für Hongkong ein deutliches Plus an Demokratie.

44 Festnahmen am Wochenende

Alleine am letzten Wochenende kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Demonstranten, woraufhin die Polizei 44 Menschen festnahm. Um die Demonstrationen aufzulösen, wurde seitens der Polizei erneut Tränengas eingesetzt. Schon am Wochenende gingen Zehntausende Menschen auf die Straßen, der heutige Generalstreik ist die Fortsetzung dieser Proteste.

Regierungschefin Lam äußerte sich kritisch zu den Entwicklungen. Sie verurteilte vor allen Dingen die Gewalt bei den Demonstrationen aufs Schärfste. Am Montag erklärte Lam, dass die Gegner der Regierung die chinesische Sonderverwaltungszone in eine sehr riskante Lage bringen würden. Lam wies auch die Forderungen nach ihrem Rücktritt erneut zurück.

Quelle: Reuters