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FDP fordert Bildungs- und Betreuungsgarantie für Kinder

Plenarsaal Bundestag

Die FDP-Abgeordneten im Deutschen Bundestag lehnen eine erneute Schließung von Kindertagessstätten und Schulen konsequent ab. Das geht aus einem Beschlussantrag hervor.

Der Beschlussantrag der FDP zur Verankerung einer Bildungs- und Betreuungsgarantie für Kinder betont, dass das Recht auf Bildung „auch nicht während einer globalen Pandemie“ eingeschränkt werden darf. Damit bringen sie die Meinung der Mehrheit der Eltern auf den Punkt. Die FDP-Abgeordneten fordern vom Bund und den Ländern eine Selbstverpflichtung, auch zu Coronazeiten die Betreuung und Beschulung der Kinder zu garantieren. In dem Antrag heißt es wörtlich: „Der Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten muss für alle Kinder gleichermaßen und zu jeder Zeit gewährleistet sein.“

Ein zweiter Bildungs-Lockdown darf nicht kommen!

Die FDP fordert vom Bundesbildungsministerium, in Kooperation mit dem Familien- und Sozialministerium schnellstmöglich eine solche Bildungs- und Betreuungsgarantie in allen Bundesländern auf den Weg zu bringen. Dafür müssen der Bund und die Länder schleunigst in die digitalen Infrastrukturen im Bildungswesen investieren. Nur so ist ein „reibungsfreier“ Übergang in das Homeschooling bei der Notwendigkeit punktueller Schulschließungen möglich. Die geforderte Bildungs- und Betreuungsgarantie sehen die FDP-Abgeordneten als einen „zentralen Baustein guter Sozialpolitik“ an. Das Bildungsniveau entscheidet grundlegend über die späteren Berufs- und Karrierechancen der Kinder und Jugendlichen. Wir schließen uns dieser Meinung an. Es darf nicht sein, dass es zu „Coronajahrgängen“ kommt, die mit schlechteren Voraussetzungen als davon nicht betroffene Jugendliche ins Leben starten.

FDP macht keine weiteren konkreten Vorschläge

Wie sich ein erneuter flächendeckender Bildungs-Lockdown in der Praxis umsetzen lässt, geben die FDP-Abgeordneten in ihrem Beschlussantrag nicht an. Dabei werden gute Ideen angesichts der aktuellen Entwicklung der Infiziertenzahlen immer interessanter. Vom Mittwoch zum Donnerstag gab es einen kräftigen Sprung, denn am 8. November 2020 gab das RKI offiziell 4058 Neuinfektionen binnen 24 Stunden an und warnte nachdrücklich vor einer unkontrollierten Verbreitung. Wie kreative Lösungen aussehen könnten, zeigt ein Blick nach Österreich. Dort bezahlt die Universität Wien dafür, dass Studenten unter Einhaltung der notwendigen Abstandsregeln in der nahegelegenen Votivkirche lernen können. Eigens dafür wurden vor der Kirche mobile Sanitäranlagen aufgestellt, die sonst im Eventbereich zum Einsatz kommen. Auch für die Schulbildung in Deutschland stünden zumindest für den Unterricht höherer Jahrgänge zahlreiche Alternativen zur Verfügung, über deren Nutzung seitens des Bunds und der Länder nicht einmal ansatzweise nachgedacht wird.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/23106