Europawahl und Kreistagswahlen: Die Ergebnisse geben zu denken

Inzwischen steht das vorläufige Endergebnis der Europawahl in Deutschland fest. Auch bei den Kreistagswahlen und Stadtratswahlen sind die Stimmen ausgezählt.

Das vorläufige Resultat der Europawahl 2019 bestätigt insgesamt die Trends, die sich bei den jüngsten Umfragen abgezeichnet hatten. Insgesamt gehen 28,9 Prozent der Stimmen auf das Konto der CDU/CSU. Auf dem zweiten Platz landen die Grünen mit 20,5 Prozent. Die SPD schafft es mit 15,8 Prozent auf den dritten Platz. Danach folgen die AfD mit 11 Prozent, die Linken mit 5,5 Prozent und die FDP mit 5,4 Prozent. Die Kleinparteien bringen es insgesamt auf 12,9 Prozent.

Resultat der Europawahl 2019 zeigt regional erhebliche Differenzen

Bei den Resultaten fallen einige Besonderheiten auf. Ein Beispiel findet sich in Bayern. In der Stadt München machten die Grünen mit 31,2 Prozent das Rennen, während im Landkreis München die CSU mit 37,6 Prozent die meisten Stimmen abräumte. Das zweite Beispiel gibt es in Sachsen. In Leipzig-Stadt platzierten sich die Grünen mit 20,2 Prozent am besten. Im Landkreis Leipzig holte die CDU mit 26,6 Prozent die meisten Stimmen. Insgesamt kann sich die SDP nur noch an wenigen Hotspots durchsetzen. Zu den bedeutendsten SPD-Hotspots zählen der Nordwesten von Brandenburg und der Norden von Hessen. Interessant ist ein Blick auf die Entwicklung im Osten der Republik. In Sachsen und Brandenburg holte in der Mehrzahl der Wahlkreise die AfD die meisten Stimmen bei der Europawahl 2019. Auch im Osten von Thüringen und im Süden von Sachsen-Anhalt gibt es diesen Trend.

AfD stellt in einigen Kreistagen künftig die Mehrheit

Sachsen wird sich künftig auf einen deutlicheren Einfluss der AfD bei der Regional- und Lokalpolitik einstellen müssen. Im Kreis Freiberg schlug die AfD mit 21,7 Prozent die CDU (20,6) Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Vormarsch der AfD im Kreis Meißen. Dort gingen 37,4 Prozent aller Stimmen auf das Konto der rechts orientierten Partei. Die Görlitzer müssen noch einmal zu einer Stichwahl bei der Bürgermeisterwahl antreten. Die meisten Stimmen holten die Kandidaten der AfD und der CDU, allerdings fehlt bei beiden die notwendige absolute Mehrheit. Ein erschreckendes Ergebnis lieferte die Wahl des Gemeinderats in Reinhardtsdorf-Schöna. Dort ist künftig die NPD die zweitstärkste Kraft.

Der Wahlsonntag am 26. Mai 2019 zeigte aber auch, dass die Wähler Unterschiede zwischen der Europapolitik und der Lokalpolitik machen. Nach dem vorläufigen Endergebnis ging die AfD in Dresden mit 19,8 Prozent der Stimmen als Sieger aus der Europawahl hervor. Obwohl die Auszählung einiger Wahlkreise noch nicht beendet ist, zeichnet sich bei der Stadtratswahl ein Sieg der Grünen mit etwas mehr als 20 Prozent der Stimmen ab.

Quelle: ARD, MDR, Radio Dresden