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Entschlüsselung der DNA: Ein wichtiger Meilenstein der Wissenschaft

Microbiologists studying DNA of food samples

Am 28. Februar 2023 gibt es ein Jubiläum. An diesem Tag ist es sieben Jahrzehnte her, dass Wissenschaftlern die Entschlüsselung der DNA gelang.

Mit der Entschlüsselung der DNA wurde am 28. Februar 1953 ein Rätsel gelöst, an dem die forschenden Wissenschaftler fast ein Jahrhundert lang gearbeitet hatten. Die ersten Hinweise auf die DNA stammten bereits aus dem Jahr 1869, als der Schweizer Mediziner Friedrich Miescher bei der Untersuchung der Leukozyten eine bis dahin unbekannte Substanz entdeckte. Er bezeichnete sie als Nuklein. Zwei Jahrzehnte später leistete der deutsche Pathologe Richard Altmann mit der Entdeckung der Nukleinsäure einen weiteren Beitrag zur späteren Entschlüsselung der DNA. Hinzu kamen Forschungsresultate beispielsweise von Albrecht Kossel, Emil Fischer, Hartwig Kuhlenbeck, Oswald Avery sowie Martha Chase, Rosalind Franklin und Alfred Day Herschey. Sie alle wurden von Francis Crick und James Watson zusammengeführt und gipfelten im Februar 1953 in der Entschlüsselung der DNA.

Was unterscheidet DNA, DNS und RNA?

Bei den Kürzeln DNA und DNS handelt es sich um synonym verwendete Abkürzungen für die Doppelhelix, mit denen die Erbinformationen bei allen Lebewesen weitergegeben werden. Die Abkürzung DNS leitet sich aus der Bezeichnung Desoxyribonukleinsäure ab und ist im deutschen Sprachraum gebräuchlich. Sie heißt im englischen Sprachraum „deoxyribonucleic acid“ und wir daher mit DNA abgekürzt. Bei der Desoxyribonukleinsäure handelt es sich um einen Doppelstrang, der mit Nukleinbasen verbunden ist. Die RNA besteht ausschließlich aus Ribonukleinsäure, die einzelne Stränge bildet. Das bedeutet, dass ihr genau diese Verbindungen fehlen. Diese Unterschiede spielten vor allem während der Coronakrise bei der Aufklärung über die RNA-Coronaimpfstoffe eine wichtige Rolle. Die einsträngige RNA kann die Doppelhelix der menschlichen DNA als Träger des Erbguts nicht verändern. Impfgegner nutzten das bei der Allgemeinheit oft fehlende Wissen um diesen Unterschied für die gezielte Verbreitung von Falschinformationen.

Wie haben sich die Einsatzgebiete der DNA entwickelt?

Mit der Entschlüsselung der DNA haben James Watson und Francis Crick einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung von Erbkrankheiten geleistet. Zudem ist seither klar, warum und wie sich die spezialisierten Zellen im menschlichen Körper bilden. Auch der Mechanismus bei der Vererbung optischer Merkmale konnte damit geklärt werden. Die DNA (DNS) spielt nicht nur in der Medizin eine wichtige Rolle. Inzwischen wird sie beispielsweise auch bei Abstammungsnachweisen angewendet. Außerdem hat sie „eine kleine Revolution“ in der Kriminaltechnik ausgelöst, weil damit noch eindeutigere Nachweise als mit bloßen Fingerabdrücken möglich sind. Selbst kleinste Hautpartikel, Haare mit Wurzel oder Spermaspuren reichen aus, um Täter/-innen zu überführen. Mit dem DNA-Vergleich konnten viele alte Fälle aufgeklärt werden, die mit den vorherigen Mitteln nicht lösbar waren. Dabei ist von Bedeutung, dass die DNA-Nachweise inzwischen weltweit als gerichtsverwertbare Beweise anerkannt werden.

Quelle: Spektrum, Scientific American