Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Bereits seit 2012 sind in Deutschland Dienstfahrräder dem klassischen Dienstwagen gleichgestellt – zumindest aus steuerlicher Sicht. Sie werden seither auch zunehmend beliebter, zumal fast alle Bikes für das Steuersparmodell infrage kommen. Lediglich eine einzige Ausnahme gibt es.

Immer mehr geleaste Dienstfahrräder

Seit der Gleichstellung von Dienstwagen und Dienstfahrrad bieten auch immer mehr Arbeitgeber den Mitarbeitern an, ein Fahrrad über die Firma günstig zu leasen. David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZI) erklärte, dass es sich um ein „attraktives Modell für Arbeitnehmer, die sich sonst vielleicht kein Fahrrad zugelegt hätten“, handelt.

Auch Arbeitnehmer, die schon ein Rad besitzen, entscheiden sich durch das Angebot häufig für ein teureres Rad, welches sie sich privat nicht gekauft hätten. Zusätzlich können die Mitarbeiter dank dem Dienstrad auch noch Steuern sparen. Trotzdem sollten sie vorab durchrechnen, ob sich die Investition lohnt.

Ein-Prozent-Regel fürs Dienstfahrrad

Für Diensträder gilt der gleiche geldwerte Vorteil, wie für den Dienstwagen. Dürfen Arbeitnehmer das Firmenrad auch privat nutzen, greift die Ein-Prozent-Regelung. Das Dienstfahrrad, das vom Hersteller mit einem empfohlenen Preis von 2.000 Euro beworben wird, bringt dem Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 20 Euro, der zum persönlichen Steuersatz versteuert werden muss. Allerdings muss der Arbeitsweg beim Dienstfahrrad anders als beim Firmenwagen nicht beim Fiskus angegeben werden.

Für das Steuersparmodell kommen alle Fahrradtypen infrage. Einzige Ausnahme bilden Pedelecs, die schneller als 45 Stundenkilometer fahren können. Wie Ulrich Prediger, Gründer des Freiburger Leasinganbieters Jobrad, erklärt, dürften bundesweit bereits über 200.000 geleaste Diensträder unterwegs sein.

Auch Zulieferer Bosch bemerkt den Ansturm auf das Dienstfahrrad. Schon seit Mitte Februar ermöglicht das Unternehmen seinen Mitarbeitern, Fahrräder und E-Bikes zu leasen. Alleine bis Mitte März haben mehr als 2.200 Beschäftigte das Angebot angenommen, wie der Konzern bestätigte. Wie ein Sprecher von Bosch weiter erklärte, habe auch der Leasingdienstleister von einer „außerordentlich hohen Zahl für die ersten Wochen“ gesprochen, zumal noch gar kein Radfahrwetter war.

Quelle: dpa