Die Wunschzettel zu Weihnachten

Heute ist es üblich, dass der Nachwuchs einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann schreibt. Dort sind teils normale Wünsche, wie eine neue Puppe, teils aber auch außergewöhnliche Wünsche, wie das eigene Pony, zu finden. Diese kommerziellen Wunschzettel sind noch nicht allzu alt, der eigentliche Wunschzettel, wenn auch einst mit anderem Inhalt, blickt dagegen bereits auf eine Jahrhunderte andauernde Geschichte zurück.

Vom Weihnachtsbrief zum Wunschzettel

Die frühesten Wunschzettel aus Hamburg stammen aus dem 17. Jahrhundert. Damals wurden die Wunschzettel aber noch als Weihnachtsbriefe bezeichnet. Die Weihnachtsbriefe wurden aber nicht an Weihnachtsmann oder Christkind geschickt, sondern an Eltern oder Paten adressiert.

Statt der heute weit verbreiteten Wünsche ging es in den Weihnachtsbriefen vielmehr um die Danksagung an Eltern und Paten, um Lobhudeleien, die nicht selten von den Eltern erzwungen wurden. Im eigentlichen Sinne handelte es sich also nicht um Wunschzettel, sondern um einen Dank an die Eltern und den Wunsch nach Gottes Segen, die jedoch von den Kindern nicht freiwillig erbeten wurden.

Die Weihnachtsbriefe wurden auf kunstvollen Vorlagen in Schönschrift niedergeschrieben. Auch in den Volksschulen etablierten sich die vorgedruckten Wunschzettel. Im Laufe der Zeit änderten sich zumindest die Motive der Weihnachtsbriefe, statt der kirchlichen Szenen, wie der Krippe, kamen immer häufiger weltliche Bilder zum Einsatz, wie etwa die Weihnachtsstube, der Weihnachtsbaum usw. In dieser Zeit durften Kinder auch langsam die ersten eigenen Wünsche notieren.

Der klassische Wunschzettel

Ab etwa 1850 entwickelte sich der Weihnachtsbrief zum heutigen Wunschzettel. Historiker erklären, dass aber auch die Idee dazu nicht von den Kindern selbst stammte, sondern vielmehr eine „Marketing-Idee“ der deutschen Spielwaren-Industrie war.

So begannen die Hersteller und Händler damit, Blätter zu drucken, auf denen zahlreiche Spielwaren abgedruckt waren. Die Kinder brauchten auf diesen „Wunschzetteln“ nur noch die von ihnen bevorzugten Dinge zu markieren. Im Laufe der Zeit änderten sich zudem erneut die Motive auf den Wunschzetteln, so dass das Christkind samt Engeln, die die Geschenke verteilen oder ein voll bepackter Weihnachtsmann abgebildet wurden.

Später kam dann die Variante auf, dass Wunschzettel handgeschrieben wurden. Sie hat sich teilweise bis heute erhalten, wobei die Kleinen die Wunschzettel mit Glitzer und schönen Bildern noch aufwerten. Sie werden dann gerne an die Weihnachtspostämter, etwa im niedersächsischen Himmelpforten, geschickt.

Quelle: BR.de