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Die Resultate der Bertelsmann-Studie zur Altenpflege

Dass es bei der wirtschaftlichen Situation der Familien und insbesondere der Senioren in Deutschland erhebliche regionale Unterschiede gibt, ist schon seit längerer Zeit bekannt. Diese Problematik wurde jetzt noch einmal in einer Studie bestätigt, die von der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt wurde. Danach können sich viele Senioren eine professionelle Altenpflege nur mit staatlicher Unterstützung leisten. Betroffen sind davon die über 80 Jahre alten Senioren in rund 44 Prozent aller deutschen Kreise und Städte. Allerdings zeigt sich hier ein Kuriosum: Die Verteilung ist genau umgekehrt zum aktuell beobachteten Gefälle der Einkommen.
Senioren im Westen und Süden brauchen öfter Hilfe
Nach dem Renten- und Vorsorgeatlas haben die älteren Menschen im Süden und im Westen der Bundesrepublik mehr Geld als die Senioren im Norden und Osten zur Verfügung. Aber vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen benötigen besonders viele Menschen finanzielle Hilfen zur Bezahlung der Leistungen der Altenpflege und der Plätze in Pflegeheimen. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Plätze in den Pflegeheimen im Süden und im Westen deutlich teurer als im Norden und im Osten sind.

Große Differenzen bei den Kosten der Pflegeplätze

In vielen Heimen in Nordrhein-Westfalen müssen die Bewohner pro Tag bis zu 153 Euro aus der eigenen Tasche zahlen, während in Heimen in der Magdeburger Region nur 88 Euro pro Tag fällig werden. Diese Kostendifferenzen ergeben sich wiederum aus der Unterschieden bei den Monatslöhnen der Altenpfleger. Eine Pflegefachkraft im Osten verdient nach der Bertelsmann-Studie nur rund 1.714 Euro. Ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen und im Süden der Bundesrepublik dürfen sich dagegen über Monatslöhne von bis zu 3.192 Euro freuen.

Die Konsequenz dessen ist, dass bundesweit vier von zehn pflegebedürftigen Senioren auf ergänzende Zahlungen des Staates angewiesen sind. Außerdem kam die Bertelsmann-Studie zu der Schlussfolgerung, dass die hohen Kosten ein Grund sind, dass Senioren immer öfter und immer länger von Angehörigen gepflegt werden.

Quelle: dpa