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Die erste Streckenradar-Messung wurde aktiviert

Zu Wochenbeginn war es soweit. In Niedersachsen müssen Autofahrer nun mit Bußgeldbescheiden rechnen, die auf den Messdaten beruhen, die von einem Streckenradar geliefert werden.

Das erste aktive Streckenradar der Bundesrepublik Deutschland ging am 14. Januar 2019 auf der Bundesstraße B6 in der Nähe von Laatzen in Betrieb. Das neue System trägt den Namen „Section Control“ und ist in anderen europäischen Ländern schon seit einiger Zeit im Einsatz.

Wie funktioniert das System „Section Control“?

Klassische „Radar-Fallen“ messen die gefahrene Geschwindigkeit lediglich an einem Punkt. Das Streckenradar macht seinem Namen Ehre und überwacht die Geschwindigkeit über einen längeren Straßenabschnitt. In Laatzen hat dieser Abschnitt eine Länge von 2,2 Kilometern. Am Beginn der Strecke werden die amtlichen Kennzeichen der Fahrzeuge sowie die sekundengenaue Passage des Messpunkts erfasst und gespeichert. Am Ende der Messstrecke erfolgt eine zweite Erfassung. Anschließend wird auf der Basis der Zeitdifferenz die auf der Messstrecke gefahrene Geschwindigkeit mathematisch ermittelt. Noch handelt es sich bei der Inbetriebnahme um eine Erprobungsphase. Sie soll nach den aktuellen Plänen bis Ende Juni 2020 dauern. Bewährt sich das System, soll am 30. Juni 2020 der reguläre Betrieb starten. Ab diesem Termin werden die mit dem Streckenradar ermittelten Geschwindigkeitsüberschreitungen mit Bußgeldbescheiden geahndet.

Welche Vorteile hat „Section Control“ gegenüber dem klassischen Blitzer?

Immer mehr Autofahrer nutzen Navigationsgeräte, die auch vor fest installierten Blitzern warnen. Eine andere Gruppe von Autofahrern fährt häufig die gleichen Strecken und kennt von daher die Blitzerstandorte. Die Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit auf die maximal zulässige Geschwindigkeit erfolgt oftmals erst unmittelbar vor den Messpunkten. Nach dem Passieren wird sofort wieder beschleunigt. Das System „Section Control“ soll genau diese Vorgehensweise verhindern. Die Autofahrer sind gezwungen, sich über die gesamte Messstrecke hinweg an die Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten. Den vom ersten deutschen Streckenradar überwachten Abschnitt der Bundesstraße B6 in Niedersachsen passieren täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge. Er stellt einen Schwerpunkt in den Unfallstatistiken dar. Durch die Streckenüberwachung soll die Zahl der dort häufig schweren Unfälle deutlich reduziert werden.

Quelle: Innenministerium Niedersachsen