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Deutschland trauert um Peter Scholl-Latour

Über viele Jahrzehnte hinweg war Peter Scholl-Latour eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Am 16. August 2014 erlag der inzwischen 90 Jahre alte Journalist in seiner Heimat Rhöndorf an den Folgen einer schweren Krankheit. Wie beliebt Peter Scholl-Latour war, zeigen die Kommentare im Internet. „Eine Legende ist von uns gegangen“ und „solche unersetzlichen und unglaublich mutigen Journalisten gibt es heute kaum noch“ heißt es dort beispielsweise wörtlich.

Wer war Peter Scholl-Latour?

Peter Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 im Bochum als Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter geboren. Weil seine Eltern von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, schickten sie ihren Sohn auf ein Internat in der Schweiz. Nachdem er vergeblich versucht hatte, beim Militär Fuß zu fassen, studierte er zuerst in Mainz und später in Paris Politwissenschaften und Philologie. 1954 promovierte er an der Pariser Sorbonne und schloss ein Studium der Islamkunde und der Arabistik an der Universität in Beirut an.

Die journalistische Karriere von Peter Scholl-Latour

Bereits während des Studiums erwarb Peter Scholl-Latour erste praktische Kenntnisse als Auslandsjournalist. Zu Beginn war er für die Redaktion der „Saarbrücker Zeitung“ tätig. In der Zeit von seiner Promotion bis zur Aufnahme des Studiums in Beirut fungierte Peter Scholl-Latour als Regierungssprecher im Saarland. Ab 1956 war er als Journalist in Südostasien und Afrika unterwegs. Er arbeitete für die ARD und das ZDF als Auslandskorrespondent und leitete in der 1960ern sechs Jahre lang das Pariser Studio der ARD. Peter Scholl-Latour war sehr viel in Krisengebieten wie beispielsweise Vietnam und Afghanistan unterwegs. Drei Jahre lang war der erfahrene Journalist als Programmdirektor beim WDR tätig. Ab 1983 schwenkte Peter Scholl-Latour wieder zu den Prinmedien um und war zeitweise Chefredakteur der Zeitschrift „Stern“.

Peter Scholl-Latour und seine Tätigkeiten als Schriftsteller

Eines der bekanntesten Werke von Peter Scholl-Latour ist das Buch „Der Tod im Reisfeld. Dreißig Jahre Krieg in Indochina“. Viele seiner Werke sind sehr gesellschaftskritisch. Das beweist ein Blick auf „Der Wahn vom Himmlischen Frieden“ oder „Das Schwert des Islam – Revolution im Namen Allahs“. Für seine Arbeit hat Peter Scholl-Latour unzählige Preise abgeräumt. Er erhielt beispielsweise die Goldene Kamera, einen Adolf-Grimme-Preis, das Verdienstkreuz 1. Klasse, einen Steiger Award sowie den Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizisten, um nur einige Dinge zu nennen.