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Das Grüne Band wird 25

Vor fast 25 Jahren fiel die Berliner Mauer und entlang des einstigen Todesstreifens entstand etwas ganz Besonderes: Das Grüne Band. Schon zu Zeiten der Teilung Deutschlands in die BRD und die DDR hatten sich entlang des Todesstreifens seltene Tier- und Pflanzenarten, wie das Braunkehlchen, die Wildkatze und der Fischotter angesiedelt. Ziel nach der Wiedervereinigung Deutschlands war es, das 1.400 Kilometer lange Grüne Band auch weiterhin als Naturschutzgebiet zu erhalten. Mittlerweile gehört es zu den größten Naturschutzprojekten in Deutschland. Ein großer Teil des Grünen Bandes verläuft durch Thüringen.

Lücken im Grünen Band müssen geschlossen werden

Allerdings weist das Grüne Band Lücken von etwa 180 Kilometern auf. Liana Geidezis ist die Leiterin des Projektbüros Grünes Band beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und zeigt sich mit diesen Lücken alles andere als zufrieden. Sie betont aber, dass man es immerhin geschafft habe, die Flächen, die von Straßen- und Ackerbau zerschnitten seien, von 15 Prozent im Jahr 2001 auf mittlerweile 13 Prozent zu reduzieren.

Gefördert wird das Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ übrigens vom Bundesumweltministerium im Programm „Biologische Vielfalt“. Allerdings ist das Ziel des Lückenschlusses noch in weiter Ferne. Grund dafür: Die Preise für die Flächen steigen an, da auch Bauern Interesse daran haben. Schon seit 2000 kauft der BUND privaten Besitzern Land ab, um es ins Grüne Band zu integrieren. Allerdings ist man dabei auf Spendengelder angewiesen, so dass die Möglichkeiten doch begrenzt sind.

Der Bund war einstiger Besitzer des Grenzstreifens, hat jedoch die Hälfte der Flächen an die Länder übertragen. Dabei wurden Vereinbarungen geschlossen, die Flächen zeitnah in Naturschutzgebiete umzuwandeln. Geidezis hofft, dass die Länder sich an diese Absprachen halten. Sie betont, dass Thüringen sich dabei besonders bemühe. Allerdings sei die Umwandlung in intensiv genutzten Gebieten schwierig. Zu ihnen zählt etwa die Magdeburger Börde.

Das Grüne Band wird europäisch

Einst war das Grüne Band lediglich ein deutsches Projekt, jetzt soll es jedoch europaweit ausgeweitet werden. Ziel ist es, das Grüne Band auf mehr als 12.500 Kilometern entlang des einstigen Eisernen Vorhangs zu etablieren. Vom Nordpolarmeer bis zum Schwarzen Meer soll es reichen. Der BUND zeigt sich dabei als verantwortlicher Koordinator für die Abschnitte von der Ostsee bis hin nach Slowenien und Kroatien.