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Achtung Preissteigerung: Strom wird teurer

Die Stromversorger werden ihre Preise 2019 erhöhen, ein Drei-Personen-Haushalt muss demnach mit durchschnittlich 55 Euro Mehrkosten rechnen. Die Begründung für die Preiserhöhung stößt allerdings auf wenig Gegenliebe.

Durchschnittlich um vier bis fünf Prozent sollen die Strompreise im neuen Jahr steigen. Berechnet auf einen Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr sind das 55 Euro mehr, wie Berechnungen des Vergleichsportals Verivox ergeben haben.

218 Stromversorger heben die Preise an

Die Ankündigungsfrist für etwaige Preiserhöhungen endet sechs Wochen vor dem Jahresende, in diesem Jahr also am vergangenen Dienstag. Kurz zuvor hat man bei Verivox 218 Versorger mit Preiserhöhungen im Dezember und Januar verzeichnet. Auch beim Portal Check24 sind 160 regionale Stromversorger bekannt, die ihre Preise bereits erhöht oder die Preiserhöhung schon angekündigt haben.

Die Gründe für die Preiserhöhungen sind laut Versorgern in den gestiegenen Einkaufspreisen für Strom zu finden. In den letzten zwei Jahren seien die Beschaffungskosten um über die Hälfte gestiegen, wie der Branchenverband BdEW mitteilte. Außerdem steigen die Preise für CO2-Emissionszertifikate. Diese Anstiege könnten durch kleinere Entlastungen bei anderen Strompreis-Bestandteilen nicht ausgeglichen werden.

Verbraucherschützer üben Kritik an Strompreiserhöhungen

Auf wenig Gegenliebe stoßen die Preiserhöhungen freilich bei Verbraucherschützern. Sie kritisieren die Argumentation der Versorger heftig. Schließlich sind die Strompreise vor wenigen Jahren deutlich gesunken. Damals wurden die Einsparungen aber unter Verweis auf die langfristigen Verträge der Versorger nicht an die Kunden weitergegeben, wie Udo Sieverding, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale NRW erklärte. Die Preiserhöhungen werden jedoch trotz der langfristigen Verträge sehr schnell an den Kunden weiter gegeben, kritisiert Sieverding.

Der durchschnittliche Strompreis ist laut Angaben der Bundesnetzagentur 2018 recht stabil geblieben. Die Beschaffungskosten machen etwa 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Über die Hälfte entfallen auch weiter auf Umlagen, Abgaben und Steuern, ein weiteres Viertel auf die Netzentgelte. Die Kosten für den Kohleausstieg sollen allerdings nicht auf den Strompreis umgelegt, sondern aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden.

Quelle: dpa