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11. Juni 2021: Milchbauern demonstrieren für höhere Preise

LKW bei der Milchbauern-Demo

Die Milchbäuerinnen und Milchbauern in Deutschland leiden unter niedrigen Milchpreisen. Deshalb gingen sie am 11. Juni 2021 auf die Straße.

Die Demonstration der Milchbauern soll vor allem darauf hinweisen, dass die meisten Betriebe mit den aktuellen Milchpreisen nicht überleben können. Sie decken nicht einmal mehr die Kosten. Dabei leiden die Betriebe nicht nur unter den Folgen der Coronakrise, sondern haben bereits längere Zeit deutlich gestiegene Futterpreise zu verkraften. Dazu trugen vor allem die Rekordsommer 2018 und 2019 bei. Deshalb machen die Milchbäuerinnen und Milchbauern schon seit dem Herbst 2020 unter dem Motto „Schluss mit lustig“ auf ihre schwierige Situation aufmerksam. Bei den aktuellen Demonstrationen wurde das Motto in „Schluss mit Mauern“ abgewandelt.

Wo gingen die Milchbauern am 11. Juni 2021 auf die Straße?

Als wichtigste Veranstaltungsorte wurden die Milchkontore in Edewecht und Zeven sowie die Firmenzentrale der Hochland SE ausgewählt. Im Vorfeld liefen die Milcherzeugergemeinschaften, die zu den Lieferanten der Hochland SE gehören, Sturm gegen die geplante Demonstration vor der Firmenzentrale der Molkerei. Die Hochland SE gehört nach einem Bericht im Fachmagazin „agrarheute“ zu den Unternehmen, die den Milchbauern besondere Unterstützungen zukommen lassen. So nahm die Käserei den Bauern die Milch ab, die nach der Insolvenz eines Konkurrenten plötzlich für ihre Milch keine Käufer mehr hatten. Außerdem belegt die Hochland SE mit ihrem Ankaufpreis von 37 Cent pro Liter (Stand April 2021) einen der vorderen Plätze. Die schlechtesten Ankaufpreise bekamen Milchbauern zeitgleich mit gerade einmal 32,7 Cent pro Liter von frischli in Rehburg.

Warum demonstrierten die Milchbauern trotzdem vor der Hochland-Zentrale?

Die Hochland SE zählt sich mit rund 5.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro (2019) zu den bedeutendsten Privatmolkereien in Europa. Allein beim Schmelzkäse liefert das Unternehmen ein knappes Viertel der in Deutschland verkauften Menge. Im Bereich Hartkäse und Schnittkäse hat die Hochland SE ebenfalls eine erhebliche Bedeutung auf dem deutschen Markt. Auch viele unter den Eigenmarken der Discounter verkauften Produkte laufen von den Produktionslinien in Heimenkirch. Die Milchbauern appellieren deshalb an die „Leuchturm-Funktion“ des Unternehmens. Sie erhoffen sich von dort Hilfe bei der Durchsetzung politischer Änderungen im Umgang mit der gesamten Milchwirtschaft in Deutschland, die allerdings bisher ausgeblieben ist.

Quelle: Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V., agrarheute
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