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Studie des HAEV warnt: Hausärztliche Versorgung hat sich verschlechtert

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Probleme bei der medizinischen Versorgung sind seit längerer Zeit bekannt. Nun macht eine Umfrage im Auftrag des HAEV deutlich, wie das Ausmaß eingeschätzt wird.

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Deutschland (kurz HAEV) hat im Vorfeld des Hausärztinnen- und Hausärztetages, der am 10. September 2026 stattfindet, eine Umfrage zur Situation bei der hausärztlichen Versorgung in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde die Umfrage durch die in Berlin beheimatete Civey GmbH in der Zeit vom 25. bis zum 27. August 2026. Dabei wurden rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren befragt. Das heißt, die Resultate sind aktuell und repräsentativ zugleich. Sie zeigen, dass die Menschen die zuletzt beobachtete und die künftige Entwicklung der hausärztlichen Versorgung überwiegend bedenklich einschätzen.

Umfrage des HAEV zeigt deutliche regionale Unterschiede

Bundesweit gaben rund 44 Prozent der Befragten an, dass sie den Eindruck einer sich verschlechternden Versorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte in den letzten 5 Jahren haben. Etwa 43 Prozent haben keine Veränderungen wahrgenommen. Lediglich 13 Prozent registrierten eine Verbesserung. Den regional schlechtesten Wert lieferte mit 58 Prozent bei den Verschlechterungen das Saarland. Danach folgten Sachsen-Anhalt (55 Prozent mit negativer Trendangabe) und Thüringen sowie Brandenburg (jeweils 54 Prozent Angabe einer Verschlechterung). Wesentlich besser fiel die Bilanz in den Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein aus.

Hausärztliche Versorgung macht großen Einfluss auf Lebensqualität geltend

Durch den HAEV wurde auch abgefragt, wie die Bürgerinnen und Bürger den Einfluss der hausärztlichen Versorgung auf ihre gesamte Lebensqualität einschätzen. Lediglich 6 Prozent der Befragten gaben keinen Einfluss an. 13 Prozent der Probandinnen und Probanden waren sich bei ihrer Antwort nicht sicher. Für 81 Prozent der Befragten geht von der medizinischen Versorgung durch Hausarztpraxen ein erheblicher Einfluss auf die allgemeine Lebensqualität aus. Der Anteil dieser Antworten war in Sachsen-Anhalt und dem Saarland jeweils 87 Prozent mit besonders hoch. Danach folgten Thüringen mit 85 Prozent und Sachsen mit 84 Prozent.

Bundespolitik und davon ausgehende Sparmaßnahmen schüren Ängste

Die von der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Konsolidierung der gesetzlichen Krankenkassen bereits beschlossenen und noch diskutierten Maßnahmen machen vielen Menschen Angst. Auch das ist aus der Umfrage des HAEV abzulesen. Rund 62 Prozent der Befragten befürchten, dass aus den Sparmaßnahmen längere Wartezeiten in den Hausarztpraxen resultieren. Etwa 60 Prozent der Befragten haben Bedenken, dass die Ärztinnen und Ärzte künftig weniger Zeit in die Behandlung der einzelnen Patientinnen und Patienten investieren können. Jeweils rund 50 Prozent denken, dass durch die Sparmaßnahmen die Behandlungsqualität insgesamt sinkt und es schwieriger wird, einen Termin in einer Hausarztpraxis zu bekommen.
Diese Ängste beeinflussen auch das Wahlverhalten. Bei einer ähnlichen Umfrage des HAEV im jahr 2024 lag der Anteil derjenigen, bei denen die hausärztliche Versorgung Einfluss auf das Wahlverhalten hatte, noch bei 37,5 Prozent. Die aktuelle Umfrage brachte einen Anteil von 51 Prozent als Resultat. Dabei war mit 68 Prozent der Anteil unter den Befragten der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre am höchsten. Auf dem zweiten Rang folgten mit jeweils 59 Prozent die Befragten aus den Altersgruppen 18 bis 29 Jahre sowie 40 bis 49 Jahre.

Quelle: Bundesverband der Hausärztinnen und Hausärzte

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