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Importpreise deuten auf Steigerung der Inflationsrate hin

Euro coins

In Deutschland müssen sich private Verbraucher und Unternehmen auf eine steigende Inflationsrate einstellen. Das zeigt die Entwicklung einiger Indizes.

Im Mai 2026 hatte die Inflationsrate in Deutschland bei 2,6 Prozent im Vergleich zum Mai 2025 gelegen. Im März lag sie mit 2,7 Prozent und im April mit 2,9 Prozent höher. Allerdings wurde sie durch die Reduzierung der Energiesteuer auf Kraftstoffe (im Volksmund auch Mineralölsteuer genannt). Diese Erleichterung fällt ab dem Juli 2026 weg. Doch nicht nur dieser Fakt deutet auf eine steigende Inflationsrate hin. Wesentlich deutlichere Anzeichen dafür finden sich in der Entwicklung der Importpreise. Das zeigt ein Blick auf die vom Statistischen Bundesamt Ende Juni 2026 veröffentlichten Daten.

Welche Importpreise sind zuletzt deutlich gestiegen?

Im Mai 2026 wurde mit einem Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat die größte Steigerung binnen Jahresfrist seit dem Monat Dezember 2022 (plus 9,6 Prozent) im Bereich der Importpreise verzeichnet. Dabei stiegen die Preise für Erdölimporte überdurchschnittlich stark an. Binnen Jahresfrist hat das Statistische Bundesamt ein Plus von 3,4 Prozent errechnet. Das markiert den stärksten Anstieg seit Februar 2023, als ein Plus von 6,6 Prozent binnen Jahresfrist angegeben wurde.
Doch das ist nicht das Hauptproblem, denn Energieimporte wiesen mit einem Plus von 37,3 Prozent eine deutlich höhere Preissteigerungsrate binnen Jahresfrist auf. Glücklicherweise liegt diese Preiserhöhung nicht in dem Umfang, der beispielsweise im Oktober 2022 zu verzeichnen war (+63 Prozent). Auch die Importpreise für Vorleistungsgüter deuten auf eine Steigerung der Inflationsrate in Deutschland hin. Die Preise für Edelmetalle und daraus hergestellte Halbzeuge stiegen zuletzt um 46,6 Prozent binnen eines Jahres. Bei Nicht-Eisen-Metallen und daraus gefertigte Halbzeuge wurden zeitgleich um 30,3 Prozent teurer.

Gute Nachricht: Einige Importpreise sind gefallen

Das Jahr 2025 wurde beispielsweise von hohen Preisen für Erzeugnisse geprägt, bei deren Herstellung Kakao zum Einsatz kommt. Der Grund waren drastische Steigerungen der Preise für Rohkakao. In den Geschäften sind solche Produkte inzwischen wieder deutlich günstiger zu haben. Die Ursache dafür ist, dass der Preis für Rohkakao zuletzt im Jahresvergleich um 48,9 Prozent gefallen ist. Auch die Preise für Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse haben sich mittlerweile halbwegs normalisiert, weil die Importpreise im Mai 2026 um 26,5 niedriger lagen als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Importpreise für Rohkaffee sind zeitgleich um 15,4 Prozent gefallen.

Diese Daten zeigen, wie volatil (leicht beeinflussbar und schnell veränderbar) die Importpreise und damit auch Inflationsrate aktuell sind. Ähnlich gegensätzliche Entwicklungen bei den einzelnen Produktgruppen finden sich genauso bei den Exportpreisen. Dabei bleiben die Trends bei Steuern und Zöllen bei den Import- und Exportpreisen sogar komplett außen vor.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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