Ungelöste Phänomene: Megacryometeore

Manchmal finden die Wissenschaftler auch für vermeintlich einfach scheinende Dinge keine Ursache, über welche sie sich einig werden können. Ein Fall solcher noch weitgehend ungelöster Phänomene sind Megacryometeore.

Es werden immer wieder Fälle berichtet, in denen Megacryometeore vom Himmel fallen. Ungefährlich sind sie nicht, denn im Durchschnitt bringen die Eisklumpen bis zu 50 Kilogramm auf die Waage. Aber es wurden bereits auch Eisbrocken mit einem Gewicht von mehreren Hundert Kilogramm gemeldet.

Stammen die Megacryometeore von Flugzeugen?

An Flugzeuge als Ursache solcher vom Himmel fallenden Eisbrocken glauben viele Menschen. Sie haben dabei vor allem die Flugzeugtoiletten im Hinterkopf. Doch dabei handelt es sich um geschlossene Systeme, aus denen Flüssigkeit nur dann austreten kann, wenn die Stutzen der Fäkalientanks undicht sind. Das kommt zwar gelegentlich vor, konnte aber bei den meisten der bisher beobachteten Megacryometeore ausgeschlossen werden. In einem solchen Fall müssten die Eisbrocken eine blaue Färbung haben und es müssten sich die in den Fäkalientanks der Flugzeuge verwendeten Chemikalien nachweisen lassen. Das war in der Regel nicht der Fall.

Doch ganz auszuschließen sind Flugzeuge als Ursache der Megacryometeore nicht. Das beweist ein Blick auf das Jahr 2010, als ein knapp 50 Kilogramm schweres Exemplar in Würzburg eine Gruppe Kindergartenkinder nur knapp verfehlte. Damals fand ein Wissenschaftler des IWK Hettstadt heraus, dass es von defekten Düsen einer Boeing 737 stammen könnte. Zumindest ließ sich ein direkter zeitlicher Zusammenhang mit einem Überflug feststellen. Aber sie können nicht die alleinige Ursache sein.

Spanischer Forscher hat eine andere Theorie zur Entstehung der Megacrymeteore

Forscher des astrobiologischen Zentrums in Madrid haben Flugzeuge als einzige Ursache der Megacryometeore ausgeschlossen. Sie trafen auf Dokumente mit Hinweisen auf solche Eisbrocken, die aus einer Zeit stammen, in denen es noch gar keine Flugzeuge gab. Auch zahlreiche Ereignisse der neueren Zeit konnten nicht mit Überflügen von Flugzeugen in einen zeitlichen Zusammenhang gebracht werden. Auch wird bestritten, dass die Megacryometeore kosmischer Herkunft sein könnten. In diesem Fall müssten sie so groß sein, dass der Anflug auf die Erde von den Astronomen aufgrund der mittlerweile engmaschigen Beobachtung des Alls entdeckt werden würde.

Außerdem konnte eine Verwendung künstlich erzeugter Eisbrocken als neuartige Geschosse über Tests der Zusammensetzung ausgeschlossen werden. Es handelte sich durchweg um Regenwasser, was auf eine völlig natürliche Herkunft deutet. Die aktuellen Hypothesen der Meteorologen gehen davon aus, dass die Megacryometeore auf ähnliche Weise wie große Hagelkörner durch die Konvektion entstehen. Allerdings lokalisieren sie den Entstehungsort der Riesenklumpen deutlich höher als den Entstehungsort von Hagelkörnern. Sie vermuten, dass die Eisklumpen mehrfach bis in enorme Höhen aufsteigen und dadurch sehr viel Zeit zum Wachsen haben.

Quelle: discovermagazine, sciencemag