Überhitzungsgefahr auch im Aquarium

Das letzte Wochenende hat es gezeigt: Die Temperaturen klettern nach oben und während schon viele Menschen darunter leiden, haben es Tiere noch schwerer. Wie oft musste man in diesen Tagen von im Auto zurückgelassenen und qualvoll verendeten Hunden lesen. Doch nicht nur Hunden im aufgeheizten Sommerauto droht Gefahr. Bei steigenden Außentemperaturen sollen Sie auch auf Ihre Fische und andere Aquarienbewohner achten. Gerade die einheimischen Fische kennen keinen natürlichen Lebensraum, in dem die Wassertemperatur auf mehr als 30 Grad Celsius ansteigt. Lediglich einige sehr spezialisierte Ausnahmen gibt es, wie die Rötliche Saugbarbe oder den Kangalfisch, die sich auch bei 35 Grad Celsius Durchschnittstemperatur wohlfühlen.

Überhitzung im Aquarium – Sauerstoffgehalt sinkt

Wird es im Aquarium immer wärmer, kann der Sauerstoffgehalt sinken. Behalten Sie diesen also bitte immer Auge. Generell gilt: Sauerstoff löst sich mit steigenden Temperaturen zunehmend schlechter. Das Thermometer im Aquarium sollte daher die 30 Grad Celsius-Marke nicht überschreiten. Nur dann bleibt der Sauerstoffgehalt im Aquarium ausreichend hoch, um Tieren und Pflanzen das Überleben zu sichern.

Achten Sie auch auf andere Objekte im Aquarium, die den Sauerstoffgehalt beeinträchtigen können. Dazu zählen etwa der verschmutzte Filter oder zu viel Futter. Und das gilt nicht nur bei sommerlichen Außentemperaturen.

So bereiten Sie das Aquarium auf Wärmeperioden vor

Ist eine heftige Hitzewelle angesagt, sollten Sie das Aquarium vorbereiten. Reinigen Sie den Filter gründlich und anschließend nehmen Sie sich den Bodengrund vor. Lassen Sie jedoch etwas Zeit zwischen beiden Maßnahmen vergehen, um das biologische Gleichgewicht im Becken nicht zu zerstören.

Überhitzung und Sauerstoffabfall im Aquarium – Handeln Sie schnell

Stellen Sie dagegen bei einer überraschenden Hitzewelle einen plötzlichen und starken Abfall des Sauerstoffgehalts fest, ergreifen Sie Sofortmaßnahmen. Nutzen Sie eine Membranpumpe, um Sauerstoff ins Aquarium zu blasen. Ebenso können Sie einen Oxydator verwenden. Das Gerät arbeitet ohne Strom und kann dank eines Katalysators aus Wasserstoffperoxid Sauerstoff erzeugen.

Erste Hilfe bei zu starker Aufheizung des Wassers im Aquarium bietet die Abnahme der Abdeckung und das Abschalten der Beleuchtung. Dadurch sollte die Temperatur sinken und der Sauerstoffgehalt wieder ansteigen. Hilft das nicht, kann ein Teilwasserwechsel sinnvoll sein. Bitte tauschen Sie dabei aber nur einen geringen Teil des Wassers aus. Kommt es zu zu großen Temperaturunterschieden, belasten Sie Ihre Fische nur unnötig.

Auch Eiswürfel können schnelle Abhilfe schaffen. Sie müssen aber sicher in einer gut verschlossenen Plastiktüte ins Wasser gegeben werden. PET-Flaschen, die mit Wasser gefüllt, eingefroren und ins Wasser gegeben werden, bringen schnelle Abkühlung. Denken Sie aber daran, die Flaschen vorab gründlich von außen zu reinigen.

Mini-Lüfter können Sie ebenfalls nutzen. Diese sollten direkt auf die Wasseroberfläche gerichtet werden und versprechen längerfristige Abkühlung. Ein professioneller Aquarienkühler kann ebenfalls sinnvoll sein. Er wird sogar nötig, wenn Sie Fische mit dem Anspruch nach dauerhaft kühlen Wassertemperaturen halten oder gar ein Meerwasseraquarium Ihr Eigen nennen. Die Kühlgeräte laufen vollautomatisch und halten die Wassertemperatur mittels Thermostat konstant.