Neue Erkenntnisse zu FSME: Erreger können auch in Rohmilch auftreten

Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass FSME nur durch Zecken übertragen werden kann. Inzwischen mehren sich die Hinweise auf einen zweiten Übertragungsweg. Mittlerweile sind Fälle dokumentiert, in denen FSME-Erreger durch den Genuss von Rohmilch auf den Menschen übertragen wurden. Das heißt, dass Infektionsrisiko ist deutlich höher, als bisher angenommen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wurden allein im Jahr 2016 auf der Basis der Hochrechnungen des Konsiliarlabors etwa 400 Fälle einer Frühsommer-Meningoenzephalitis registriert. Nach den Daten der Universität Hohenheim verschieben sich die Risikogebiete immer weiter nach Norden.

Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung

Für die Erstimmunisierung gegen FSME sind drei Impfungen notwendig. Dabei werden Formalin-inaktivierte FSME-Viren gespritzt. Die erste Impfung zur Auffrischung sollte nach dem Ablauf von drei Jahren verabreicht werden. Danach ist eine Auffrischung bis zum Erreichen des 60. Lebensjahrs alle fünf Jahre notwendig. Danach sollte die Folgeimmunisierung alle drei Jahre erfolgen. Die Kosten der FSME-Impfungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Als Nebenwirkungen der Immunisierung zeigen sich für einige Tage leichte Schmerzen an der Injektionsstelle. Gelegentlich kann es zu einer minimalen Erhöhung der Körpertemperatur sowie zu Gelenk- und Gliederschmerzen kommen. Die FSME-Impfung ist allein schon deshalb ratsam, weil derzeit noch keine wirksamen Therapien zur Bekämpfung der Erreger gibt. Lediglich eine Linderung der dabei auftretenden Symptome ist medikamentös möglich.

Zecken übertragen auch Borreliose

Gegen die Borreliose gibt es derzeit noch keine zugelassenen Impfstoffe. Sie gehört zu den weiteren Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können. Verantwortlich ist in den meisten Fällen das Bakterium Borrelia burgdorferi. Testreihen des Robert-Koch-Instuts zufolge sind rund ein Drittel aller in Deutschland beheimateten Zeckenarten Träger dieses Bakteriums. Vor allem im Süden der Bundesrepublik ist der Anteil der befallenen Zecken höher als im Norden. Besonders kritisch bei der Borreliose ist, dass aktuell noch keine vollständig zuverlässigen Tests verfügbar sind. Ebenso schwierig ist die Diagnostik anhand der Symptome, da eine Borreliose in sehr unterschiedlichen Formen auftreten kann. Außerdem gestaltet sich die Behandlung mit Antibiotika vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung problematisch, sodass auch hier in vielen Fällen nur eine symptomatische Behandlung möglich ist.
Quelle: dpa