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Museum des Scheiterns hat seine Pforten geöffnet

Das Museum des Scheiterns hat im schwedischen Helsingborg eröffnet und Kurator und Museumsleiter Samuel West erhält viel mediale Aufmerksamkeit. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die großen Flops der letzten Jahrzehnte in seinem Museum auszustellen, um auf diese Weise zu zeigen, dass nicht jede Innovation auch tatsächlich von Erfolg gekrönt sein muss.

Wie entstand das Museum des Scheiterns?

Die Idee zum Museum des Scheiterns kam Samuel West eher zufällig. Er hatte jahrelang im Bereich Innovation geforscht und immer nur die großen Erfolgsgeschichten von Innovationen gelesen. Das langweilte ihn eines Tages, so dass er nach Misserfolgen gezielt suchte, denn gut 80 bis 90 Prozent aller Innovationen scheitern. West sieht ein Problem auch in der Gesellschaft, die Erfolge feiert und Misserfolge unter den Teppich kehrt. Das führt aber auch dazu, dass die Risikobereitschaft in der Gesellschaft sinkt, was problematisch wird, da diese nötig ist, um die aktuellen Probleme zu lösen.

Deshalb wollte West das Museum des Scheiterns eröffnen. Mit diesem könne man den Besuchern zeigen, dass auch die ganz großen Player am Markt hinter einer Innovation standen und dann doch mit ihrer Idee gescheitert sind. Das soll die Besucher ermutigen und ihnen klar machen, wenn selbst Unternehmen wie Google oder Colgate gescheitert sind, ist es nicht schlimm, wenn man selbst auch einmal scheitert.

Was für Exponate werden im Museum des Scheiterns ausgestellt?

Um im Museum des Scheiterns ausgestellt werden zu können, müssen Exponate zwei grundlegende Voraussetzungen mitbringen: Es muss sich um eine Innovation handeln und das Produkt muss am Markt gefloppt sein. Beim Samsung Galaxy Note 7 sei der Flop etwa durch Fehler in der Produktion entstanden, weil die Akkus explodiert waren. Das sei kein Versagen in der Innovation, deshalb wird dieses Produkt laut West im Museum des Scheiterns nicht ausgestellt.

In die Ausstellung haben es aber Produkte, wie „Trump, the Game“, ein Brettspiel, das Monopoly Konkurrenz machen sollte, oder die Tiefkühlpizza vom Zahnpastahersteller Colgate geschafft. Weitere gescheiterte Ausstellungsstücke sind ein Parfum von Motorrad-Hersteller Harley Davidson, das Betamax-Videoformat von Sony oder das kombinierte Handy-Spielgerät „N-Gage“ von Nokia.  Die Cola mit Kaffeegeschmack, pinke Schreiber nur für Frauen und Masken für schönere Gesichter, sind in der Ausstellung ebenfalls zu sehen.

Insgesamt präsentiert West im Museum des Scheiterns gut 70 Exponate. Obwohl der Medienrummel vor der Eröffnung riesig war, glaubt West selbst nicht daran, dass das kleine Museum eine Erfolgsgeschichte werden wird. Schon jetzt sei absehbar, dass das Projekt zumindest aus finanzieller Sicht zum Scheitern verurteilt ist, so West. Aber das sei nicht tragisch, schließlich sind schon ganz andere mit ihren Ideen gescheitert.

Quelle: dpa