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IG Bergbau, Chemie & Energie bei Tarifvertrag sehr innovativ

Am 22. November 2019 gelang der IG Bergbau, Chemie & Energie (IG BCE) ein Tarifabschluss mit Vorbildwirkung. Dort findet sich eine Regelung, die es so noch nie in einem Tarifvertrag in Deutschland gab.

Der neue Tarifvertrag der IG BCE gilt für rund 580.000 Beschäftigte in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Er kam nach zweitägigen Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern zustande. Die neue Vereinbarung sorgt durch regional unterschiedliche Laufzeiten dafür, dass alle lokalen Tarifverträge einheitlich im März 2022 enden.

Was ist das Novum im neuen Tarifvertrag der IG BCE?

Die unter den Geltungsbereich des Tarifvertrags für die chemisch-pharmazeutische Industrie fallenden Beschäftigten dürfen sich ab Juli 2021 auf eine zusätzliche Pflegeversicherung freuen. Deren Beiträge werden komplett von den Arbeitgebern finanziert. Auf diese Police haben alle Arbeitnehmer ein Anrecht, die mindestens ein halbes Jahr in einem Unternehmen arbeiten, für das der neue Tarifvertrag gilt. Die Mindestkonditionen der tarifvertraglichen Pflegezusatzversicherung können sich sehen lassen. Sie muss beim Erfordernis der ambulanten Pflege mindestens 300 Euro und für eine stationäre Pflege mindestens 1.000 Euro pro Monat zahlen. Außerdem enthält der Tarifvertrag der IG BCE den Zusatz, dass es sich dabei stets um eine Pflegezusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung handeln muss, die über die Zahlung privater Beiträge aufstockbar ist.

Das Zukunftskonto im Tarifvertrag der IG BCE macht Arbeitnehmer flexibel

Ab dem Jahr 2020 bekommen die 580.000 von der IG BCE vertretenen Beschäftigten zwei zusätzliche freie Tage pro Jahr auf einem Zukunftskonto gutgeschrieben. Ab dem Jahr 2022 sollen es sogar fünf Tage sein. Bei der Verwendung der Tage auf dem Zukunftskonto können sich die Arbeitnehmer völlig frei entscheiden. Sie stehen zur Verlängerung des Jahresurlaubs oder zur einzelnen Inanspruchnahme nach persönlichen Bedürfnissen zur Verfügung. Interessant sind die Wahloptionen auch deshalb, weil die freien Tage auf dem Zukunftskonto angespart werden können. Eine Auszahlung des Lohngegenwerts oder die Verwendung dieses Werts als zusätzliche Altersvorsorge ist ebenfalls möglich.

Weitere wichtige Bestandteile des neuen Tarifvertrags der IG BCE sind Lohnerhöhungen von 1,5 Prozent ab Juli 2020 sowie weiteren 1,3 Prozent ab Juli 2021. Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten Einmalzahlungen, deren Höhe regional unterschiedlich ausfällt. Ursache dafür sind die derzeit noch vorhandenen Differenzen bei den Laufzeiten der zuletzt abgeschlossenen Tarifverträge.

Quelle: IG BCE