Hollywood droht ein Streik der Drehbuchautoren

Vor allem bei den TV-Serien wird permanent Nachschub an Drehbüchern benötigt, weil die meisten Serien im wöchentlichen Takt produziert und ausgestrahlt werden. Nun könnte es ab dem 2. Mai 2017 zu Engpässen kommen, denn in einer Urabstimmung der Writers Guild of America East und West sprachen sich 95 Prozent der Stimmberechtigten für einen Streik aus. Dass die Mitglieder der WGA sehr hartnäckig sein können, zeigt ein Blick in die Geschichte. Die WGA hat zuletzt vor einem Jahrzehnt gestreikt. Damals begann der Streik der Drehbuchautoren am 5. November 2007 und endete erst am 12. Februar 2008, wurde also über volle 100 Tage ausgedehnt. Schon jetzt warnen Brancheninsider davor, dass es vor allem bei der Produktion von Serien für die Prime Time zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen kann. Davon wäre auch das deutsche Fernsehen betroffen, da ein erheblicher Teil der hier gezeigten Serien zu den amerikanischen Produktionen gehört.

Was fordert die WGA in den Verhandlungen?

In jüngster Zeit hat sich die Natur der für die TV-Serien notwendigen Drehbücher stark verändert. Diesem Trend soll mit einer Anpassung der Honorare Rechnung getragen werden. Außerdem gibt es derzeit erhebliche Unterschiede bei den Honoraren, welche für TV-Serien und die Serien für das Kabelfernsehen und die Streamingportale gezahlt werden, obwohl die Erstellung der Drehbücher den gleichen Aufwand erfordert. Hier verlangt die Writers Guild of America deshalb eine Angleichung der Honorare. Außerdem gibt es die Forderung nach einer Erhöhung der Zuschüsse, die von den Auftraggebern zur Sozialversicherung der Drehbuchautoren nach dem aktuellen Tarifvertrag der WGA gezahlt werden müssen.

Wissenswerte Fakten zu WGA

Die WGA teilt sich in die WGA East mit rund 3.700 Mitgliedern sowie die WGA West mit rund 9.000 Vollmitglieder und 12.000 anderen Mitgliedern. Der aktuelle Streik ist ein gemeinsamer Beschluss der eng miteinander kooperierenden Gewerkschaften. Beide Teilgewerkschaften stellten schon mehrfach unter Beweis, dass sie auch länger andauernde Streiks durchhalten können. Den bisher längsten Streik der WGA gab es im Jahr 1988. Er dauerte 155 Tage und zog nicht nur die Serienproduktion in Mitleidenschaft. Auch die Premierentermine einiger Kinofilme mussten verschoben werden. Dazu gehörte beispielsweise „Halloween 4“. Außerdem wurden die Dreharbeiten zur 1989er Ausgabe von „Batman“ erheblich beeinträchtigt.

Quelle: wga.org