Die Zeckensaison beginnt wieder

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland knapp 500 Menschen nach einem Zeckenbiss an der gefährlichen Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt. Deshalb warnen Experten jetzt wieder vor den lästigen Blutsaugern, die schon bei geringen Plusgraden wieder aktiv werden.

Die Zecken warten auf ihre Opfer im Unterholz, in hohem Gras und Büschen. Sie lassen sich aber nicht, wie oftmals behauptet, von Bäumen fallen. Aktiv werden sie bei sieben bis zehn Grad Celsius. Der Biss einer Zecke hat in den meisten Fällen keine gesundheitlichen Folgen. Es gibt jedoch Ausnahmen: Sind die Zecken mit Borreliose oder FSME infiziert, können sie die Erreger auch auf den Menschen übertragen.

Wo muss ich mit Zecken rechnen?

Grundsätzlich ist überall in freier Natur mit Zecken zu rechnen: Wälder, Parks, Wiesen, ja sogar Gärten sind Heimat der kleinen Blutsauger. In der Regel bevorzugen sie eine feuchte Umgebung und klettern auf Grashalme und Gebüsch. Sobald die Zecke im Vorbeigehen auch nur gestreift wird, klammert sie sich fest.

Daher sollte jeder nach einem Ausflug ins Grüne den eigenen Körper gründlich auf Zecken hin untersuchen. Anfangs laufen sie nämlich eine Weile auf dem Körper umher, bis sie die richtige Bissstelle entdeckt haben. So lassen sie sich noch gut entfernen und die Gefahr einer Krankheitsübertragung besteht noch nicht. Schutz vor den Tieren bieten vor allem lange Kleidung, auch im Hochsommer, und Hosenbeine, die in die Socken gesteckt werden. Außerdem gibt es im Handel eine Reihe von Sprays, die die Zecken abhalten sollen. Sie wirken aber nicht immer.

Wie hoch ist die Gefahr einer Infektion?

Am häufigsten wird hierzulande die Lyme-Borreliose durch Zecken übertragen. Aktuell gehen die Schätzungen von mehreren Zehntausend Neuerkrankungen pro Jahr aus, wobei sich die Diagnose als schwierig erweist.

Die Gefahr einer Infektion mit FSME ist deutlich geringer. In Deutschland erkranken rund 300 Menschen jährlich neu. Im letzten Jahr waren es sogar einmal 500 Fälle. Allerdings sind derartige Schwankungen von Jahr zu Jahr nicht ungewöhnlich.

Bisher traten 85 Prozent der FSME-Fälle in Süddeutschland, genauer in Bayern und Baden-Württemberg auf, wie Forscher der Uni Hohenheim berichten. Allerdings haben sich zuletzt auch immer mehr Menschen an der Grenze zwischen Niedersachsen und den Niederlanden, in privaten Gärten in Berlin oder in Stadtparks in Mecklenburg-Vorpommern infiziert. Jedoch handelt es sich bisher um wenige Einzelfälle. Trotzdem sind Forscher besorgt, dass die infizierten Zecken immer weiter nach Norden wandern.

Woran lassen sich Borreliose und FSME erkennen?

Die beiden von Zecken übertragenen Erkrankungen weisen typische Symptome auf, die auftreten können, aber nicht müssen. So können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Abgeschlagenheit nach einem Zeckenbiss auf Borreliose hindeuten. Charakteristisch für die Erkrankung ist aber die so genannte Wanderröte, die sich ringförmig um die Bissstelle ausbreitet. Trotzdem tritt auch dieses typische Symptom nicht bei jeder Infektion auf. Später können sich Lähmungen einzelner Nerven, Hirnhautentzündungen, entzündliche Schwellungen der Kniegelenke sowie der Sprunggelenke bilden.

Die FSME-Infektion kommt ebenfalls zunächst mit grippeähnlichen Symptomen daher. Allerdings kann sie zu einer lebensgefährlichen Entzündung der Hirnhaut, des Rückenmarks oder des Hirns führen.

Aus diesem Grund wird immer wieder zur Impfung geraten. Gegen die Lyme-Borreliose ist in Deutschland eine Impfung noch nicht zugelassen. Die Behandlung der Krankheit erfolgt mit Antibiotika. Gegen FSME gibt es schon seit vielen Jahren einen Impfstoff, der vor allem für Menschen in Risikogebieten (bisher Süddeutschland) empfohlen wird. Denn bisher gibt es keine wirksame Behandlungsmethode gegen FSME.

Zecken immer schnellstmöglich entfernen

Wichtig ist auch, dass die Zecken immer schnellstmöglich entfernt werden. Am besten eignen sich eine Pinzette oder eine spezielle Zeckenzange. Mittlerweile gibt es auch Zeckenkarten, wobei jeder testen muss, womit er am besten klar kommt.

Die Infektion mit der Borreliose erfolgt in der Regel erst frühestens zwölf Stunden nach dem Biss, da die Erreger im Darm der Zecke sitzen und so einige Zeit benötigen, um in die Haut zu gelangen. FSME-Viren dagegen können schon binnen kurzer Zeit nach dem Biss übertragen werden. Nach dem Entfernen des Blutsaugers sollte die Bissstelle zudem desinfiziert werden.

Quelle: dpa