Barmer beklagt sich über zu teure Medikamente

Die Barmer Ersatzkasse beklagt sich über zu teure Medikamente. Zu Jahresbeginn haben knapp fünf Prozent der Versicherten die Hälfte der Ausgaben für Arzneimittel verantwortet – ein Trend, der sich schon seit Jahren verschärft. Insbesondere neue und maßgeschneiderte Medikamente kosten die Kassen viel Geld.

Wie der Arzneimittelreport der Barmer aufzeigt, waren im letzten Jahr 2,7 Prozent der Versicherten für die Hälfte der Ausgaben für Arzneimittel verantwortlich. 2010 lag das Verhältnis immerhin noch bei 4,6 Prozent der Versicherten. In dem Report heißt es weiter, dass die Zahl auf 1,9 Prozent der Versicherten fällt, wenn man die so genannten Rezepturarzneien mit einrechnet, die also in der Apotheke eigens für den Patienten hergestellt werden.

Neue Arzneimittel belasten Kassen

Zu den Preistreibern zählt die Barmer vor allem neue Arzneimittel, die Kosten von mehr als 100.000 Euro pro Patient und Jahr verursachen können. Die Barmer sieht deshalb eine intensive Diskussion über neue und bestehende Arzneimittel und deren Nutzen als wichtig an. Auch sollte grundsätzlich über die Preisbildung für Medikamente noch einmal geredet werden. Dies sei vor allem dann wichtig, wenn echte Arzneimittelinnovationen zu einer „Quasi-Monopolstellung“ des jeweiligen Pharmaunternehmens führen.

Probleme auch durch hohe Medikamenteneinnahme

Ein weiteres Problem sieht die gesetzliche Krankenkasse darin, dass immer mehr Patienten viele verschiedene Medikamente parallel einnehmen müssen. 2016 hat jeder fünfte Deutsche fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen. Da falle es Ärzten natürlich schwer, den Überblick zu behalten und bei weiter nötigen Verordnungen Wechselwirkungen zu vermeiden, so Barmer-Chef Christoph Straub. Probleme in der Arzneimitteltherapie sieht Straub auch in immer häufiger auftretenden Sprachbarrieren, unvollständigen Medikationsplänen und der fehlenden Verfügbarkeit wichtiger Informationen für Behandlungsentscheidungen.

Quelle: rts