Altersangaben bei Künstlern dürfen vorerst weiter veröffentlicht werden

In Kalifornien gibt es ein Gesetz mit der Kennung AB 1687, nachdem Künstler verlangen können, dass sämtliche Daten zu ihrem Alter aus Websites entfernt werden müssen. Dagegen richtete sich eine Klage von Amazon. Nun gab ein Bundesrichter dieser Klage im Verfahren mit dem Aktenzeichen 16-cv-06535-VC statt. Das Gesetz AB 1687 kann danach dauerhaft nicht mehr durchgesetzt werden.

Der Hauptangeklagte in dem Verfahren zur Veröffentlichung von AltersangabenXavier Beccerra und der kalifornischen Justizministerin Kamala Harris auch die Künstlergewerkschaft SAG-AFTRA. Die Gewerkschaft hatte den kalifornischen Gesetzesvorstoß zur Entfernung von Altersangaben im Jahr 2016 massiv unterstützt. Alle drei haben bereits angekündigt, Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Was ging dem Verfahren voran?

Das umstrittene Gesetz war im Jahr 2016 erlassen worden. Danach hatte jeder Künstler das Recht, von den Betreibern von Websites und Datenbanken die Entfernung aller Angaben zu verlangen, aus denen Rückschlüsse auf sein Alter gezogen werden können. Eine treibende Kraft dabei war die aktuelle SAG-AFTRA-Vorsitzende Gabrielle Carteris. Sie begründete die Befürwortung dieses Gesetzes mehrfach damit, dass sie selbst ein Engagement für eine Rolle in der Serie „Beverly Hills 90210“ nicht bekommen habe, weil den Machern ihr Alter bekannt war. Carteris ist der festen Überzeugung, dass die Erlaubnis zur Veröffentlichung von Angaben zum Geburtsjahr oder Alter eine Förderung der Altersdiskriminierung in der Film- und Fernsehbranche fördern würde. Bundesrichter Vince Chhabria hatte dazu bereits eine einstweilige Verfügung zur temporären Aussetzung des Gesetzes AB 1687 erlassen, da er die dort enthaltenen Regelungen als verfassungswidrig einstuft. Seine Hauptbegründung war, dass das Gesetz Unterschiede nach der Art der Websites macht, auf denen Altersangaben zu Künstlern enthalten sind. Das stuft er als einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz im ersten Zusatz zur Verfassung der USA ein.

Warum hat Amazon dagegen geklagt?

Amazon ist seit dem Jahr 1998 der Besitzer und Betreiber der 1990 von Col Needham und einigen anderen Filmbegeistern ins Leben gerufenen Datenbank Internet Movie Database, kurz IMDb. Vor der Übernahme konnten alle dort hinterlegten Informationen kostenlos abgerufen werden. Amazon führte jedoch im Jahr 2002 ein kostenpflichtiges Abonnement ein, ohne welchen kein Zugriff mehr auf bestimmte Informationen möglich ist. Deshalb waren die SAG-AFTRA und einige Künstler der Meinung, dass IMDb zu den kommerziellen Plattformen gehört, die unter den Geltungsbereich des Gesetzes AB 1687 fallen.

Quelle: politico.com