Alkohol im Unterricht in Schulen in Brandenburg

Es klingt wie ein Aprilscherz, aber es ist Realität. Im Rahmen des Projekts „Lieber schlau als blau“ gibt es Alkohol im Unterricht. Dabei sollen die Schüler die Auswirkungen von Alkohol kennenlernen.s/main>
Die Pädagogen wollen mit dem Alkohol im Unterricht erreichen, dass die unter vielen Jugendlichen übliche Praxis des Komasaufens beendet wird. Deshalb werden während des „Saufunterrichts“ mehrere Tests durchgeführt, damit die Jugendlichen erkennen, ab welchen Mengen beispielsweise ihre Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt wird.

Sind die zulässigen Mengen Alkohol im Unterricht zu hoch?

Der Alkoholtag unter dem Motto „Lieber schlau als blau“ findet mit Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren statt. Die zulässigen Mengen sind mit 0,8 Litern Wein oder 1,3 Litern Bier so hoch, dass viele Teilnehmer Werte um die 1,5 Promille erreichen. Das durchschnittliche Körpergewicht der 14- und 15-Jährigen liegt zwischen 58 und 66 Kilogramm. Eine Frau mit 55 Kilogramm Körpergewicht erreicht nach den Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen 1,5 Promille bereits beim Genuss von 0,6 Litern Wein. Einschränkungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit stellen sich bereits ab 0,2 Promille ein. Deshalb stellt sich die Frage, ob das Vorgehen der Brandenburger beim Projekt „Lieber schlau als blau“ akzeptabel ist, obwohl für die Teilnahme an den Tests die Zustimmung der Sorgeberechtigten eingeholt wird. Kritiker halten die bei dem Test möglichen Alkoholmengen für viel zu hoch.

Viele Deutsche weisen einen riskanten Umgang mit Alkohol auf

Von einem riskanten Alkoholkonsum gehen die Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums bei mehr als 20 Gramm Reinalkohol pro Tag bei Männern und 10 Gramm bei Frauen aus. Ihre im Alkoholatlas Deutschland veröffentlichten Statistiken sind alarmierend. Bei den Männern landen die 55- bis 64-Jährigen auf dem Spitzenplatz. Sie weisen mit 23,9 Prozent den höchsten Risikoanteil auf. Bei den jungen Männern zwischen 18 und 24 Jahren pflegen 19,7 Prozent der Befragten einen riskanten Umgang mit Alkohol. Bei den Frauen ist das als risikobehaftet eingestufte Verhalten trotz des geringeren Schwellenwerts weniger verbreitet. 13,4 Prozent der Mädchen und jungen Frauen in Alter zwischen 18 und 24 Jahren legen einen riskanten Umgang mit alkoholischen Getränken an den Tag. Den höchsten Anteil stellen mit 17,7 Prozent Frauen im Alter von 45 bis 54 Jahren. Nach den Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sind in Deutschland etwa 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig. Rund 9,5 Millionen besteht ein potentielles Risiko, in eine Alkoholabhängigkeit zu rutschen. Das sind mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Quelle: RTL, Bundesregierung, Deutsches Krebsforschungszentrum