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Zielwert der EZB bei Inflation im Euroraum nicht in Sicht

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Nach den Angaben von Eurostat lag die Inflation im August 2020 im Minusbereich. In den Mitgliedsländern der Europäischen Union bewegt sich die Inflationsrate auf einem sehr niedrigen Level.

Wer sich Hoffnungen auf eine schnelle Erhöhung der Einlagenzinsen macht, dürfte auch in der näheren Zukunft enttäuscht werden. Das machen Zahlen zur Inflation im Euroraum deutlich. Für eine Erhöhung der Leitzinsen hat die Europäische Zentralbank (EZB) als einen Parameter eine Inflationsrate von zwei Prozent gesetzt. Von diesem Zielwert war die Preisentwicklung im August weit entfernt. Die Folgen der Coronakrise dürften die Währungshüter ebenfalls von einer Zinserhöhung abhalten. Aus diesem Grund hatte sich vor wenigen Tagen auch die amerikanische Federal Reserve (kurz Fed) dazu entschlossen, die Leitzinsen auf einem historisch niedrigen Niveau zu belassen.

Wie entwickelt sich die Inflation im Euroraum konkret?

Im Juli 2020 wurde im Euroraum noch eine Teuerung von 0,4 Prozent verzeichnet. Im August 2020 sanken die Verbraucherpreise quer durch alle Produkte um 0,2 Prozent. In den Staaten der Europäischen Union zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Teuerungsrate sank von 0,9 Prozent im Juli auf 0,4 Prozent im August. Allerdings finden sich erhebliche Unterschiede in den einzelnen Ländern des Euroraums. Den mit Abstand größten Preisverfall gab es mit 2,9 Prozent in Zypern und 2,3 Prozent in Griechenland. In Estland sanken die Verbraucherpreise im Vergleichszeitraum um 1,3 Prozent. Die höchsten Inflationsraten weisen Ungarn mit 4,0 Prozent, Polen mit 3,7 Prozent und Tschechien mit einer Verteuerung der Verbraucherpreise von 3,5 Prozent auf. Deutschland positioniert sich mit einem Minus von 0,1 Prozent im Feld der Länder, in denen die Preise im August im Vergleich zum Juli fast unverändert waren. Dazu gehören außerdem Luxemburg, Portugal, Frankreich, die Niederlande und Finnland.

Welche Produktgruppen beeinflussten die Inflationsrate am deutlichsten?

Den Hauptbeitrag zur niedrigen Minus-Inflationsrate leisteten auch im August 2020 die Energiepreise. Sie fielen im Vergleich zum Juli durchschnittlich um 7,8 Prozent. Den größten Preisverfall im Energiesektor seit Beginn der Coronakrise hatte es mit 11,9 Prozent im Mai 2020 gegeben. Leider macht Eurostat keine Angaben dazu, ob die üblichen saisonalen Schwankungen bei den Energiepreisen herausgerechnet wurden. Im August gaben erstmals seit dem Beginn der Coronakrise auch die Preise für Industriegüter um 0,1 Prozent nach. Deutlich tiefer mussten die Verbraucher bei den Lebensmitteln in die Tasche greifen. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel stiegen im August um 2,3 Prozent. Bei verarbeiteten Lebensmitteln (Alkohol und Tabakwaren eingeschlossen) kletterten die Preise um 1,5 Prozent. In der Dienstleistungsbranche verringert sich die Geschwindigkeit der Preiserhöhungen. Nach einem Preisanstieg von 1,2 Prozent im Juni und 0,9 Prozent im Juli schlägt im August nur noch ein Plus von 0,7 Prozent zu Buche.

Quelle: Eurostat