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Zahl der Aufstocker in Deutschland immer noch hoch

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Bei vielen Menschen reicht das Erwerbseinkommen zum Leben nicht aus. Sie benötigen als Aufstocker zusätzliche Leistungen. Wir haben aktuelle Zahlen.

Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen können oder möchten. Ein Großteil dieser Menschen ist deshalb als Aufstocker auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Nach einer offiziellen Statistik rund um die Aufstocker gibt es bundesweit mehr als 4,45 Millionen geringfügig Beschäftigte. Die meisten Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Sie machten nach den Angaben der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bundestagsabgeordneten einen Anteil von 3,12 Millionen aus. Rund 9,6 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten beziehen ergänzende Leistungen des Staates.

Zahl der Aufstocker weist deutliche regionale Unterschied auf

Spitzenreiter in der Tabelle der Bundesländer mit der höchsten Zahl der Aufstocker war in den letzten Jahren Nordrhein-Westfalen mit einem Durchschnitt von mehr als 100.000 Aufstockern. Auf den Rängen landeten regelmäßig Niedersachsen mit einem Schnitt von 45.000 betroffenen Personen. Sachsen verzeichnete zeitgleich durchschnittlich 35.000 Aufstocker/-innen. Die niedrigsten Werte verzeichneten in den letzten 5 Jahren das Saarland und Bremen. Der prozentuale Anteil der Aufstocker/-innen lag regelmäßig in Berlin am höchsten. Den zweiten Negativrang bei dieser Betrachtungsweise teilten sich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Am besten schnitten und schneiden Baden-Württemberg mit 4,8 Prozent und Bayern mit 5 Prozent ab. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz blieben zumindest unter der 10-Prozent-Marke.

Geringverdiener von aktueller Preisentwicklung besonders stark betroffen

Die Inflationsrate setzt vor allem Haushalten kräftig zu, deren Mitglieder/-innen sich zur Gruppe der Geringverdiener gehören. Ein Ende der hohen Inflation ist nicht in Sicht. Die Welle der Preiserhöhungen in Energiebereich rollt gerade erst an. Viele Stadtwerke verschicken derzeit Mitteilungen, nach denen sich die Strompreise ab August oder September 2022 deutlich erhöhen. Viele Mitteilungen dieser Art weisen Steigerungen der Arbeitspreise pro Kilowattstunde von 45 Prozent und mehr aus. Viele dieser Haushalte profitieren nicht von den Maßnahmen der Bundesregierung, weil sie beispielsweise aufgrund eines Rentenbezugs die Energiekostenpauschale nicht bekommen. Die Lebensmittepreise sind deutlich gestiegen. Davon sind auch Produkte betroffen, für die Discountketten aufgrund von Langzeitverträgen bei den Herstellern zumindest bis zum Spätherbst nicht mehr bezahlen müssen als zu Jahresbeginn 2022. Nach der Aushandlung der neuen Lieferverträge wird eine weitere Teuerungswelle auf die Verbraucher/-innen zukommen. Da liest sich die Aussage der Bundesregierung in einer anderen Antwort auf eine Kleine Anfrage fast schon wie Hohn. Dort heißt es, die Auswirkungen der Inflation auf die einzelnen Haushalte würden von der Art der gekauften Güter abhängen. Das stimmt nur bedingt, denn von den Erhöhungen der Energiekosten und der Lebensmittelpreise sind ausnahmslos alle Haushalte betroffen.
Quelle: Deutscher Bundestag Drucksachen 20/2541 und 20/2608