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Vogelgrippe breitet sich aus

In Deutschland und Europa breitet sich die gefürchtete Vogelgrippe weiter aus. Jetzt gibt es sogar den ersten bestätigten Fall von einem schleswig-holsteinischen Hof, in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Verdacht bekannt. Um sich vor der Vogelgrippe zu schützen, verhängen zudem immer mehr Bundesländer eine Stallpflicht.

Private Hühnerhaltung in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

Bei dem Verdachtsfall in Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich laut Angaben des Agrarministeriums in Schwerin um eine private Hühnerhaltung, zu der insgesamt 58 Tiere gehören. Die Hühner seien vorsorglich getötet wurden und die entnommenen Gewebeproben werden aktuell auf das gefürchtete H5N8-Virus untersucht. Vorher hatte sich der Verdacht auf die Vogelgrippe bereits in einem Putenbetrieb in Lübeck bestätigt. Alle 100 Tiere mussten getötet werden, rund um den Hof wurde zudem ein Sperrbezirk von drei Kilometern eingerichtet.

Grund für die massive Ausbreitung der Vogelgrippe könnten die Wildvögel sein. Im gesamten Bundesgebiet findet man immer mehr Wildvögel, die an der Vogelgrippe gestorben sind. Vorwiegend betroffen sind Regionen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sowie die Bereiche rund um den Bodensee in Bayern und Baden-Württemberg. In vielen Ländern hat man bereits die Stallpflicht für Geflügel ausgeweitet, um die Infektion mit dem gefährlichen Virus zu vermeiden. Diese Vorsichtsmaßnahme haben mittlerweile sogar Länder ergriffen, in denen das Virus bisher noch nicht gefunden wurde, wie etwa Brandenburg. Dort ordnete der Landestierarzt die Stallpflicht alleine aufgrund der Nähe zu Mecklenburg-Vorpommern an.

Bundesweite Stallpflicht für Geflügel diskutiert

Die Stallpflicht steht derzeit in der Diskussion. So fordert der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) eine bundesweite Stallpflicht, um das Vogelgrippevirus einzudämmen. Trotzdem dürfe die Stallpflicht, so ZDG-Vizepräsident Friedrich Otto Ripke, nicht die Produktion der Weihnachtsgänse gefährden. Diese Tiere werden größtenteils im Freien gehalten, da sie im Stall zu Aggressionen neigen und sich gegenseitig verletzen. In diesen Fällen aber könnten die Tiere nicht mehr verkauft werden. Ripke fordert deshalb eine Einzelfallprüfung bei der Gänsezucht, ob die Stallpflicht tatsächlich nötig sei.

Mittlerweile sind zudem schon erste Verdachtsfälle für die Vogelgrippe in den europäischen Nachbarländern aufgetreten. In Österreich hat man bereits einen vom Vogelgrippe-Virus betroffenen Betrieb gemeldet, einen Putenhof in Vorarlberg. Zuvor waren in dessen unmittelbarer Nähe, am Bodensee, Wildvögel mit dem H5N8-Virus gefunden worden. Außerdem hat man Wildvögel mit der Vogelgrippe in Dänemark, Ungarn, den Niederlanden, der Schweiz und Polen entdeckt. Für Menschen soll die aktuelle Variante der Vogelgrippe allerdings ungefährlich sein.

Quelle: dpa