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Sommer 2022: Wie ist die Qualität der Badegewässer in Deutschland?

Adorable little girl is swimming in the sea and playing with a water gun. Turkey

Wer im Sommer 2022 Urlaub in Deutschland machen möchte, darf sich freuen. Die Qualität der Badegewässer wird mehrheitlich als gut eingestuft.

Die gestiegenen Preise für Energie, Kraftstoff und Flugtickets dürfen zusammen mit dem auch für Juli und August noch erhältlichen 9-Euro-Ticket dafür sorgen, dass viele Familien ihren Urlaub im Heimatland verbringen. Wer auch dabei nicht auf den Sprung ins kühle Nass verzichten möchte, hat reichlich Auswahl. Dafür sorgt die Tatsache, dass die Wasserqualität der Badegewässer in Deutschland mit wenigen Ausnahmen gut ist. Die aktuelle Lage ist vergleichbar mit den Daten, die zu Saisonbeginn im letzten Jahr an das Umweltbundesamt gemeldet wurden. Danach waren 98 Prozent der rund 2.290 untersuchten Wasserproben ohne Beanstandungen.

Welche Badegewässer in Deutschland weisen Probleme auf?

Allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht, denn an einigen beliebten Badegewässern musste für die Saison 2022 ein Badeverbot ausgesprochen werden. Wer einen Badeurlaub in Mecklenburg-Vorpommern plant, sollte wissen, dass beispielsweise am Barther Bodden, an der Glöwitzer Bucht und am Rühner See (Bützow) sowie am Stettiner Haff (Bellin) ein Badeverbot auf der Basis der Badegewässer-Länderverordnung Mecklenburg-Vorpommern gilt. Von einem solchen Badeverbot sind auch die Müritz sowie die Kleine Müritz betroffen. An anderen Stellen raten die Experten vom Baden ab. Einen solchen Hinweis gibt es von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für den Langenseer See. Dort wurde ein intensiver Blaualgenbefall festgestellt, der vom zuständigen Gesundheitsamt als kritisch eingestuft wurde.

Warum sind andere Badegewässer in Deutschland geschlossen?

In Nordrhein-Westfalen ist derzeit das Baden im Kronenburger See nicht möglich. Allerdings ist dort nicht die Wasserqualität verantwortlich. Der Badesee und dessen Umgebung wurden bei dem katastrophalen Hochwasser im Sommer 2021 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dort dauern die Arbeiten zur Wiederherstellung sicherer Bedingungen für die Besucher/-innen bis heute an. Deshalb bleibt der Zugang zum Kronenburger See während der gesamten Sommersaison 2022 verboten.
Nach den Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist der Meinhardsee trotz einer ausgezeichneten Wasserqualität nach wie vor nicht für das Badevergnügen zugelassen. Die Ursache der fehlenden Badefreigabe ist eine 2020 angemeldete Nutzungsänderung. Das gilt genauso für den kleinen See des FKK-Orplid e.V. im Süden von Frankfurt am Main.

Achten Sie vorm Sprung ins Wasser auf Cyanoalgenbefall!

Der Klimawandel und steigende Luft- und Wassertemperaturen bereiten den natürlichen Badegewässern in Deutschland zunehmend Probleme. Deshalb geben durchweg alle Bundesländer den Hinweis, beim Ausflug an die Badeseen selbst einen prüfenden Blick auf die Wasserqualität zu werfen. Cyanoalgen (auch Blaualgen genannt) können sich bei für sie optimalen Bedingungen explosionsartig vermehren. Ein intensiver Befall mit Cyanoalgen ist an einer schlierig wirkenden Wasseroberfläche, einer Trübung des Wassers sowie einer grünlichen Verfärbung des Wassers zu erkennen. Diese Algen sondern Toxine ab, die sowohl beim Hautkontakt als auch beim Verschlucken kleiner Mengen zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Zu den typischen Symptomen gehören Hautausschläge, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen bis hin zu Fieber und lebensgefährlichen allergischen Reaktionen. Bei einem sichtbaren Blaualgenbefall raten die Gesundheitsämter deshalb nachdrücklich vom Baden in den betroffenen Gewässern ab.

Quelle: Bundesumweltamt, Gesundheitsämter der Länder