Massen zum globalen Klimastreik am Freitag auf der Straße

Dem Aufruf zum globalen Klimastreik sind weltweit unzählige Menschen gefolgt. Die lokalen Behörden hatten mit einem derart massiven Echo auf diesen Aufruf vielerorts nicht gerechnet.

Die ersten Bilder von den Massenprotesten zum globalen Klimastreik kamen aus Australien. Greta Thunberg bezeichnete in einem Twitter-Post die dortigen Massenstreiks als „unglaublich“ und rief die Klimaaktivisten anderer Länder auf, diesem Beispiel zu folgen. Dass sich die Australier besonders stark für den Klimaschutz interessieren, hat einen guten Grund. Große Teile des Kontinents leiden aktuell unter den Folgen einer verheerenden Dürre. Die größten Aktionen mit den meisten Teilnehmern fanden in Australien in Melbourne, Sydney, Adelaide, Brisbane und Perth statt.

New York City unterstützte den globalen Klimastreik auf besondere Art

Während es in Deutschland immer wieder Diskussionen darüber gibt, ob Schüler bestraft werden sollen, die für die Aktionen von „Fridays For Future“ dem Unterricht fernbleiben, geht New York City den entgegengesetzten Weg. Die Schulbehörde der Metropole kündigte bereits am 12. September 2019 an, dass die rund 1,1 Millionen Schüler und Studenten für den globalen Klimastreik am 20. September 2019 vom Unterricht folgenlos freigestellt werden. Allerdings benötigen noch nicht volljährige Schüler und Studenten eine Einwilligung der Sorgeberechtigten. Die Entscheidung von New York Public Schools wurde vom Bürgermeister Bill de Blasio befürwortet. Der New Yorker Bürgermeister betonte in seinem Statement, dass von den aktuell im Amt befindlichen Politikern die Weichen für die Lebensbedingungen nachfolgender Generationen gestellt werden. Er stellte sich explizit hinter das Engagement der jungen Menschen für eine Verstärkung der Klimaschutzmaßnahmen. Das wird in den USA umso notwendiger, nachdem Donald Trump angekündigt hatte, die Klimaschutzgesetze lockern. Außerdem will Trump den einzelnen Bundesstaaten verbieten, strengere Klimaschutzgesetze zu nutzen, als sie für die gesamte USA gelten.

Die ganze Welt steht hinter dem globalen Klimastreik

Sadiq Khan, der Bürgermeister von London, bekundete ebenfalls in Twitter-Posts seine explizite Unterstützung der Klimastreiks. Quer durch ganz Großbritannien gab es am Freitag mehr als 180 Aktionen. In Deutschland war das Echo auf den Aufruf zum globalen Klimastreik ebenfalls immens. Am Freitagmorgen wunderten sich zahlreiche Pendler beispielsweise in Berlin darüber, dass Brücken mit mehreren Hundert rot-weißen Absperrbändern übersäht waren. Allerdings dürfte diese Aktion im Nachgang noch für einige Kritik sorgen, denn es handelte sich um Folienbänder. Großaktionen gab es auch in Indien. Dort lautete das Motto: „Was ist mit meinem Recht zu atmen?“ In Indien sind die Menschen ebenfalls vom Klimawandel hart betroffen. Im Frühsommer 2019 drohte dort mehr als zehn Millionen Haushalten der „Zero Day“ beim Trinkwasser. Zu den Metropolen mit Trinkwassermangel gehörten beispielsweise New Delhi und Chennai. Greenpeace India twitterte die wichtigste Motivation der jungen Inder, die an den Aktionen zum globalen Klimastreik teilnahmen. Ein Satz eines Greenpeace-Aktivisten bringt es auf den Punkt: „Mir wurde meine Zukunft gestohlen und ich bin hier, um sie mir zurückzuholen.“

Quelle: Twitter, DPA, CNN