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Klimawandel kommt auch in der Tourismusbranche an

Es gab Zeiten, da konnten die Gäste auf dem Stubaier Gletscher fast ganzjährig Wintersport betreiben. Selbst in den Sommermonaten war die Region im österreichischen Bundesland Tirol ein Treffpunkt der alpinen Skiläufer. Wer jetzt die weiße Pracht noch für rasante Abfahren nutzen möchte, sollte sich beeilen mit dem Urlaub, denn am 4. Juli 2014 geht das Gletscherskigebiet am Stubaier Gletscher in die Sommerpause, die es nun schon seit dem Jahr 2002 gibt.

Was hat das Skiressort Stubaier Gletscher bis Anfang Juli zu bieten?

Ingesamt nimmt das Skiressort eine Fläche von rund 700 Hektar ein. Wer hier zu Gast ist, kann sich Abfahrten vom Windachferner, vom Fernauferner sowie vom Gaiskachferner, dem Eisjochferner und dem Daunferner gönnen. Das Gletscherskigebiet Stubai bietet Startpunkte in 3.210 Metern Höhe. Die Talstationen der Liftanlagen befinden sich etwa 1.750 Meter über dem Meeresspiegel. Die erste maschinelle Aufstiegshilfe war die Eisgratbahn, die im Jahr 1973 die ersten sportlichen Gäste beförderte. Seitdem erfolgte ein kontinuierlicher Ausbau, der 2008 in der Inbetriebnahme der Liftanlage Daunscharte gipfelte.

Die statistischen Eckdaten des Skiressorts Stubaier Gletscher

Aktuell gibt es in dem bis in den Frühsommer hinein nutzbaren Gletscherskigebiet 27 Liftanlagen. Dazu zählen ein Achter-Sessellift sowie drei Sechsel-Sessellifte, die allein fast 10.000 Sportler pro Stunde befördern können. Die fünf Gondelbahnen tragen noch einmal eine Kapazität von mehr als 11.000 Personen pro Stunde bei. Hinzu kommen kleinere Sesselbahnen und Schlepplifte, die insgesamt ebenfalls mehr als 8.000 Gäste pro Stunde befördern können. Die jüngsten Gäste können an vier Stellen einen so genannten Zauberteppich nutzen. Natürlich werden im Skiressort Stubaier Gletscher auch die Snowboard-Freaks gut bedient. Wer am Eis kraxeln möchte, kann sich an einem zwanzig Meter hohen Kletterturm versuchen.

Welche Folgen hat der Klimawandel für die Gletscherskiregion?

Dass die Verkürzung der Skisaison am Stubaier Gletscher den Hoteliers und Gastronomen größere Verluste beschert, ist eher unwahrscheinlich. Die Region erfreut sich außerhalb der Skisaison großer Beliebtheit bei Bergwanderern. Anders zeigt sich die Situation bei den Betreibern der Liftanlagen und Skihütten. Bis 2002 hatten sie nur einen Monat Zwangspause. Nun beschert ihnen die fehlende Schneesicherheit im Juli und September fehlende Einnahmen von zwei Monaten. Das gilt analog auch für die fünf ortsansässigen Ski- und Snowboard-Schulen sowie die Verleihstationen. Die Hotels und Pensionen sind nach wie vor gut ausgebucht. Wer sich also statt in die Skistiefel am Stubaier Gletscher in die Wanderschuhe schlüpfen möchte, sollte sich mit seiner Buchung für den Sommer 2014 beeilen.

Was hat Neustift im Stubaital zu bieten?

Neustift ist der Ort, der dem Stubaier Gletscher am nächsten liegt. Die zum Innsbrucker Land zählende Kommune besitzt rund 4.500 Einwohner und lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Zu erreichen ist sie von Innsbruck aus nach einer halben Stunde Autofahrt. Neustift besteht aus fast dreißig Ortsteilen. Im Sommer ist der Grawa-Wasserfall ein beliebtes Ausflugsziel. Wer sich für sakrale Architektur interessiert, sollte der St. Georgskapelle im Ortsteil Neustift-Ranalt einen Besuch abstatten. Wer die regionale Kultur bei einem größeren Event kennenlernen möchte, sollte Neustift zu Christi Himmelfahrt, zu Fronleichnam oder am 15. August zum Hohen Frauentag besuchen.