Kann der Straßenbau für immer auf Asphalt setzen?

Das steigende Verkehrsaufkommen, das Wachstum der Städte und die stetige Erschließung bisher nicht oder nur dünn besiedelter Gebiete machen enorme Bemühungen auch im Straßenbau erforderlich. Da stellt sich die Frage, ob Asphalt in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht.

Mehr als 14 Milliarden Euro wollen der Bund und die Länder in Deutschland allein im Jahr 2018 in den Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen investieren. Davon machen die Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen einen großen Anteil aus. Beim Aufbau der Fahrbahnoberflächen kommen Asphalt und Bitumen am häufigsten zum Einsatz.

Wo kommt der Asphalt her?

Den Asphalt stellt Mutter Natur höchstpersönlich zur Verfügung. Er stammt aus sogenannten Asphaltseen. Sie bilden sich an Stellen, an denen Erdöl von selbst aufsteigt. Dann kommt es zur sogenannten Biodegradation. Dabei wandeln Mikroorganismen leichtes Erdöl zuerst in Schweröl und dann in eine zähflüssige Masse um. Diesen Prozess liegt eine Umwandlung von einfachen Kohlenstoff-Wasserstoff-Molekülen zu ringförmigen Molekülen aus der Gruppe der Cycloalkane zugrunde. Ähnliche Prozesse verursachen Mikroorganismen auch im Ölschiefer, sodass dort eine Vorstufe von Asphalt austritt.

Der Mensch ist in der Lage, den im Ölschiefer ablaufenden Prozess technisch nachbilden zu können. Doch dafür wird als Ausgangsstoff Erdöl benötigt. Das führt zusammen mit dem auch für die Bildung der Asphaltseen benötigten Erdöl zu der Schlussfolgerung, dass der Menschheit keine unbegrenzten Mengen Asphalt und Bitumen zur Verfügung stehen. Fatal ist das zusätzlich dadurch, dass Bitumen auch als Hilfsmittel zur Nässeabdichtung von Gebäuden zum Einsatz kommt. An einigen Stellen wird die Bitumenabdichtung bereits durch Kunststoffbahnen ersetzt. Allerdings stammt der überwiegende Teil noch aus der Neuherstellung, obwohl das ein guter Bereich wäre, um Recyclingprodukte einzusetzen.

Wo gibt es Asphaltseen und welche Größen haben sie?

Der größte Asphaltsee der Welt ist der La Brea Pitch Lake in der Nähe der namensgebenden Stadt auf der Insel Trinidad. Er hat eine Fläche von etwa 40 Hektar und ist stellenweise bis zu hundert Meter tief. Geologen gehen davon aus, dass allein dort rund zehn Millionen Tonnen Naturasphalt lagern. Durch die Entnahme von Asphalt entstehende Löcher schließen sich dort sehr schnell wieder. Der Grund dafür ist ein Erdölvorkommen unter der Insel Trinidad. Dieses wird durch den Druck der Südamerikanischen Platte und der Karibischen Platte komprimiert, wodurch das Erdöl nach oben steigt. Pro Tag werden am La Bera Pitch Lake bis zu 200 Tonnen Asphalt entnommen. Damit stellt der Naturasphalt eine der größten Exporteinnahmequellen der Insulaner dar.

Quelle: Bundesverkehrsministerium, idw-Informationdienst