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Deutschland: E-Mobilität auf dem Vormarsch

Auto - Alternative Antriebe

Während die Elektromobilität in den größten Automärkten der Welt, China und den USA, ins Stocken geraten ist, werden in Deutschland immer mehr Elektroautos zugelassen.

Das geht aus einer globalen Marktstudie hervor. Demnach hat sich der Trend in den USA und China, die bisher als weltgrößte E-Auto-Märkte galten, deutlich abgeschwächt. In Deutschland dagegen ist ein deutlicher Zuwachs im Bereich der Elektromobilität zu sehen.

50 Prozent Zuwachs bei E-Autos in Deutschland

Wie aus einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervorgeht, gibt es hierzulande einen absoluten Zuwachs von 41.000 Elektroautos bzw. 50 Prozent auf 109.000 Neuzulassungen. Der Marktanteil der E-Autos steigt von zwei erstmals auf drei Prozent an. 58 Prozent davon sind reine Elektroautos, 42 Prozent allerdings noch Plug-in-Hybride. Als Hauptgrund für diese Entwicklung sehen Experten die Emissionsgrenzwerte, die seitens der Hersteller eingehalten werden müssen. Sie gehen für das laufende Jahr auch noch einmal von einem deutlich wachsenden Angebot der Hersteller aus.

Im Gesamtjahr 2019 steigt Deutschland mit den aktuellen Zahlen zum drittgrößten E-Fahrzeugmarkt auf. In absoluten Zulassungszahlen konnte Deutschland damit sogar das Elektroautoland Norwegen überholen, wo lediglich 80.000 E-Autos neu zugelassen wurden. Das sind allerdings auch zehn Prozent mehr. Zu beachten ist auch, dass der Marktanteil der E-Autos in Norwegen damit von 49,1 Prozent 2018 auf 55,9 Prozent 2019 gestiegen ist. Außerdem sind 76 Prozent der in Norwegen zugelassenen E-Autos reine Batteriefahrzeuge.

Chinas E-Automarkt schwächelt

Anders sieht die Lage in China aus. Der weltgrößte Automarkt hat eine Absenkung der Neuzulassungen der so genannten New Energy Vehicles, zu denen auch Nutzfahrzeuge zählen, zu verkraften. Insgesamt sanken die Neuzulassungen um vier Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. Grund dafür dürfte sein, dass die Förderungen für die E-Autos Mitte letzten Jahres gestrichen wurden.

Seither werden seitens der chinesischen Regierung nur noch teurere Fahrzeuge mit einer Mindestreichweite von 250 Kilometern gefördert. Die Nachfrage der chinesischen Käufer ist vor diesem Hintergrund natürlich deutlich zurückgegangen. Die Nachfrage-Rückgänge fielen so stark aus, dass die Regierung Chinas sich sogar entschlossen hat, die eigentlich bis Mitte diesen Jahres befristete Förderung weiterzuführen. Eigentlich wollte man sie streichen, damit die Hersteller sich auch aus eigener Kraft am Markt behaupten können und weil man zusätzliche Technologien, wie etwa Wasserstoffautos vorantreiben wollte.

Auch in den USA macht sich eine sinkende Nachfrage nach E-Autos bemerkbar. Dort sind die Neuzulassungen um gut zehn Prozent auf 324.000 Autos gesunken. Vor allem mangelt es in den USA an einem breiten Angebot an E-Autos. Zudem fehlen Förderungen für den Kauf der Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben. Tesla ist in den USA der führende E-Auto-Hersteller, denn über die Hälfte der Verkäufe in diesem Segment gehen auf dessen Konto. Trotzdem sinkt der Marktanteil der E-Autos in den USA von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Die E-Auto-Lage in Europa

In Europa kam Großbritannien der Studie zufolge auf 73.000 neue Elektroautos. In den Niederlanden konnten 67.000 Fahrzeuge neu zugelassen werden, was einem Anstieg von 150 Prozent entspricht. Der Marktanteil wächst damit auf 15 Prozent. Im letzten Quartal konnte vor allem das Model 3 von Tesla überzeugen. In Frankreich sind mit 61.000 Autos 35 Prozent mehr zugelassen worden. Schweden konnte 40.300 neue E-Autos zulassen, Spanien immerhin 24.300.

Wie aus einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht, könnten bereits 2030 erstmals weltweit mehr E-Autos als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verkauft werden. Dabei werden allerdings reine Batterieautos und Plug-in-Hybride zusammen addiert. Die sinkenden Batteriekosten und der wachsende Druck bestimmte Schadstoffausstoß-Grenzwerte einzuhalten, dürften die Entwicklung weiter vorantreiben. Alleine zwischen 2014 und 2030 soll der Batteriepreis laut BCG um 80 Prozent fallen.

Allerdings geht die BCG auch davon aus, dass der Anteil der unterschiedlichen Antriebsarten je nach Region unterschiedlich ausfallen dürfte. So soll in Europa und China bis 2030 jedes vierte neue Fahrzeug nur mit Batterien angetrieben werden, der Anteil der Benzinmotoren dürfte auf ein Drittel sinken. In den USA dagegen dürften Benziner auch 2030 noch knapp die Hälfte (47 Prozent) der neuen Fahrzeuge ausmachen, während die Stromer rund ein Fünftel Marktanteil hätten.

Quelle: dpa