Deutsche Bahn hat vierten Medibus in Betrieb genommen

Im April 2019 stellte die Deutsche Bahn bereits den vierten Medibus der Öffentlichkeit vor. Das Angebot der mobilen Arztpraxen in umgebauten Linienbussen wird gut angenommen.

Den Medibus entwickelte DB Regio in enger Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Cisco Systems incorporated. Das 1984 gegründete und in San José in Kalifornien ansässige Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung von Kommunikationstechnik spezialisiert. In Deutschland ist Cisco Systems an acht Standorten vertreten.

Medibus kann Versorgungslücken an mehreren Standorten schließen

Das zeigt ein Blick auf den Fahrplan einer 2018 in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung gestarteten Medibus-Linie. Sie bietet von Montag bis Donnerstag hausärztliche Sprechstunden in fünf hessischen Kommunen an. Dabei handelt es sich um Cornberg, Herleshausen, Nentershausen, Sontra und Weißenborn. Nentershausen und Weißenborn fährt der Medibus an jeweils zwei Tagen pro Woche an. In beiden Kommunen stehen dadurch Allgemeinmediziner in sieben Stunden pro Woche als Ansprechpartner zur Verfügung. Weißenborn ist mit rund 1.000 Einwohnern die mit Sprechstunden bedachte Kommune mit der geringsten Einwohnerzahl. Dort gibt es überhaupt keine niedergelassenen Ärzte. Der kürzeste Weg zur nächsten Arztpraxis führt von Weißenborn nach Ringgau und ist knapp vier Kilometer lang. In allen fünf Kommunen steht das Medibus-Angebot von DB Regio rund 15.000 Einwohnern zur Verfügung.

Ärztemangel schreitet weiter fort

Wie notwendig solche mobilen Arztpraxen wie der DB Regio Medibus sind und bleiben werden, zeigt ein Blick auf die von der Bundesärztekammer vorgelegten Zahlen. Im Laufe des Jahres 2018 reduzierte sich die Anzahl der niedergelassenen Ärzte in Deutschland insgesamt um 884. Die Zahl der in Krankenhäusern im Angestelltenverhältnis tätigen Ärzte blieb 2018 im Vergleich zu 2017 konstant. Der verfügbare Ärztenachwuchs reicht längst nicht aus, um die Zahl der aus Altersgründen ausscheidenden Ärzte zu kompensieren. Daran kann auch die Tatsache so schnell nichts ändern, dass sich die Zahl der Abschlüsse in der Fachrichtung Allgemeinmedizin an den Universitäten von 2017 auf 2018 leicht erhöht hat. Der Zuzug ausländischer Ärzte könnte eine Entlastung bringen, aber dem Zuzug stehen zahlreiche ausgewanderte Ärzte gegenüber. Die meisten deutschen Ärzte wandern in die Schweiz und nach Österreich aus. Die bedeutendsten Herkunftsländer der nach Deutschland einwandernden Ärzte sind Rumänien und Syrien.

Quelle: Deutsche Bahn, KV Hessen, Bundesärztekammer