100.000 Opel müssen zurück in die Werkstätten

Das Kraftfahrt-Bundesamt bemängelt die Abgasreinigung von 100.000 Fahrzeugen des Herstellers Opel. Damit steht jetzt auch Opel ein großer Rückruf im Rahmen des Dieselskandals bevor. Insgesamt sind drei Modelle betroffen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) fand bei den betreffenden Modellen eine Abschalteinrichtung der Abgasreinigung, die es als unzulässig eingestuft hat. Der amtliche Rückruf der Fahrzeuge stehe „kurz bevor“, teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag mit. Die Äußerungen erfolgten jedoch erst, nachdem bereits bekannt geworden war, dass man Durchsuchungen an den Opel-Standorten in Rüsselsheim und Kaiserslautern durchgeführt hat. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hat Opel demnach „Dieselfahrzeuge mit manipulierter Abgassoftware in den Verkehr gebracht“. Weiter hieß es, dass ein Anfangsverdacht des Betrugs bestehe.

Softwareupdates bei Opel verschleppt

hat das KBA die betreffenden Abschalteinrichtungen bei Opel gefunden, wie das Verkehrsministerium jetzt mitteilte. Damals hatte man bereits an der Zulässigkeit gezweifelt. Anfang 2016 hatte das KBA dann für die vier bekannten Abschalteinrichtungen eine freiwillige Servicemaßnahme mit Softwareupdates angeordnet.

Genau deren Durchführung soll von Opel jedoch lange „verschleppt“ worden sein. Daher seien bisher nur 70 Prozent der betroffenen Fahrzeuge damit ausgestattet worden.

Wie funktioniert Abschalteinrichtung bei Opel?

Betroffen sind aktuell der Opel Cascada, der Opel Insignia und der Opel Zafira. Bei allen wurde ein Steuerprogramm gefunden, mit dem die zusätzliche Stickoxidreinigung der Abgase bei hohen Drehzahlen und in einem breiten Bereich von Außentemperaturen herunter geregelt wird. Opel hat seine Technik in der Vergangenheit stets verteidigt. Sie sei notwendig für den Schutz von Motorbauteilen und entspreche den Vorschriften, hieß es. Prüftechnik auszutricksen, sei nie das Ziel gewesen.

Das Verkehrsministerium teilte mit, dass bereits Anfang 2018 eine fünfte Abschalteinrichtung entdeckt wurde. Diese stufte das KBA als unzulässig ein. Seither laufe eine amtliche Anhörung, deren Ziel es sei, einen verpflichtenden Rückruf für die Fahrzeuge zu erreichen. Weiter hieß es, dass die Anhörung von Opel mit immer neuen technischen Argumenten zeitlich verschleppt werde.

Bereits im April 2018 habe das KBA die Staatsanwaltschaft Frankfurt informiert, dass es Anhaltspunkte gibt, die auf das Vorliegen unzulässiger Abschalteinrichtungen hinweisen. Am Montag hatten dann Ermittler die Geschäftsräume in Rüsselsheim und Kaiserslautern untersucht. Derartige Razzien gab es auch beim VW-Konzern, bei Daimler und BMW.

Quelle: dpa