Am 14. September 1956 stellte die amerikanische International Business Machines Corporation (kurz IBM) nach ihr benannte Speicher¬einheit
Wie arbeitete der Festplattenspeicher IBM 350?
Im Inneren drehten sich 50 mit Eisenoxid beschichtete Aluminiumscheiben von jeweils 24 Zoll Durchmesser mit 1.200 Umdrehungen pro Minute. Daten wurden als magnetische Muster auf konzentrischen Spuren gespeichert. Zwei Schreib- und Leseköpfe saßen an einem beweglichen Mechanismus. Er fuhr zunächst vertikal zur passenden Scheibe und anschließend radial zur gewünschten Spur. Druckluft hielt die Köpfe in geringem Abstand über der Oberfläche. Ein eigener Kompressor war dafür nötig. Die mittlere Zugriffszeit lag bei ungefähr 0,6 Sekunden. Mit mehr als einer Tonne Gewicht, der Größe eines dreitürigen Kleiderschranks und einem Leistungsbedarf im Kilowattbereich war der IBM 350 kein Laufwerk für den Schreibtisch, sondern eine große und empfindliche Maschinenanlage. Sie konnte nicht gekauft, sondern nur geleast werden. Die monatliche Leasingrate belief sich auf 650 US-Dollar.
Die weitere Entwicklung der internen Speicher
Das Grundprinzip der IBM 350 lange Zeit erhalten. Das waren rotierende, magnetisch beschichtete Platten, Spuren und bewegliche Köpfe. Fast alles andere änderte sich radikal. Spätere Laufwerke verwendeten kleinere Scheiben, höhere Drehzahlen, deutlich feinere Magnetstrukturen und für jede Oberfläche eigene Köpfe, die gemeinsam auf einem schnellen Bauteil für die Platzierung sitzen. Seit dem IBM 3340 „Winchester“ von 1973 sind Platten und Köpfe typischerweise in einem weitgehend geschlossenen Gehäuse vereint. Dadurch sinkt das Risiko von Staub und Kopfkontakt. Elektronische Servosteuerungen, Pufferspeicher, Fehlerkorrektur und standardisierte Schnittstellen verkürzten Zugriffe auf Millisekunden und erhöhten die Zuverlässigkeit. Moderne HDDs (das Kürzel steht für High Density Drive sowie Hard Disk Drive) speichern viele Terabyte in einem 3,5- oder 2,5-Zoll-Gehäuse. Doch sie bekamen erfolgreich Konkurrenz. SSDs verzichten als Flash-Speicher sogar ganz auf Mechanik. Doch für große Datenmengen bleiben HDDs wirtschaftlich wichtig.
IBM: Über 100 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte
IBM war 1956 bereits ein führender Anbieter von Lochkarten- und Rechentechnik. Das von Reynold B. José beaufsichtigte Projekt RAMAC im Forschungslabor von San José unter Reynold B. Johnson zeigte jedoch, dass das Unternehmen bereit war, das eigene Kerngeschäft technisch zu überholen. Aus dem IBM 350 entstand eine lange Reihe von Plattenspeichern. Innovationen wie austauschbare Plattenpakete und die Winchester-Bauweise prägten die Branche. IBM selbst war 1911 als Computing-Tabulating-Recording Company gegründet und 1924 in International Business Machines umbenannt worden. Später setzte der Konzern mit System/360, dem IBM PC und Forschung zu künstlicher Intelligenz weitere Marken. Das Festplattengeschäft gab IBM 2003 an Hitachi ab. Heute konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf Mainframes, Hybrid-Cloud, Software, Beratung, KI und Quantencomputing.
Quelle: IBM

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