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Arbeitsentgelt: Niedrigste Quote der Tarifbindung in Sachsen verzeichnet

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Welcher Anteil der Beschäftigten in Deutschland wird auf der Basis einer Tarifbindung entlohnt? Einige Branchen und Regionen weisen Nachholbedarf auf.

Angesichts der regelmäßigen Nachrichten über Tarifverhandlungen und damit verbundene Streiks der Mitglieder verschiedener Gewerkschaften könnte man annehmen, dass die Quote der Tarifbindung in Deutschland hoch ist. Doch ein Blick auf offizielle Zahlen zeigt ein anderes Bild. Gerade einmal rund 49 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im Durchschnitt des Jahres 2025 in Unternehmen, bei denen eine Tarifbindung vorliegt. Ein positiver Trend zur Veränderung lässt sich im Vergleich mit den Daten der Vorjahre nicht ablesen. Stattdessen war die Quote der tarifgebundenen Unternehmen zuletzt in einigen Branchen sogar rückläufig.

Welche Branche schneidet bei der Tarifbindung am besten ab?

Eine Sonderstellung nehmen die öffentliche Verwaltung, die Sozialversicherung und die Verteidigung ein. Dort liegt die Tarifbindung bei 100 Prozent. In der freien Wirtschaft sicherte sich im Jahr 2025 die Branche Energieversorgung mit einem von 84 Prozent tarifgebunden entlohnten Beschäftigten den Spitzenplatz. Den zweiten Positivrang belegte zeitgleich der Bereich Erziehung und Unterricht mit einem Anteil von 79 Prozent von den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 68 Prozent. Die wenigsten Beschäftigten mit einer Entlohnung nach Tarifvertrag gab es mit 10 Prozent in den Bereichen Fischerei sowie Land- und Forstwirtschaft. Auch im Bereich Unterhaltung, Kunst und Erholung war der Anteil mit 21 Prozent sehr niedrig. Unter den Schlusslichtern fanden sich außerdem die Immobilienbranche (ebenfalls 21 Prozent) und das Gastgewerbe mit 23 Prozent.

Deutliche regionale Unterschiede bei der Tarifbindung in Deutschland

Beim regionalen Vergleich präsentieren sich Gefälle sowohl von West nach Ost als auch von Süden nach Norden. Schlusslicht bei der Quote der tarifgebunden bezahlten Beschäftigten war im Durchschnitt des Jahres 2025 Sachen mit 42 Prozent. Unter den letzten drei Rängen fanden sich außerdem Berlin mit 45 Prozent und Schleswig-Holstein mit 46 Prozent. Den höchsten Anteil der Beschäftigten mit einer Entlohnung nach Tarifvertrag gab es zeitgleich mit 56 Prozent in Bremen. Auf dem zweiten Positivrang landete das Saarland mit 52 Prozent vor Nordrhein-Westfalen mit 51 Prozent. Allerdings ist an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass es bei der Dichte der Unternehmen aus einzelnen Branchen in Deutschland regionale Unterschiede gibt, in denen diese Differenzen der Gesamtwerte zumindest teilweise begründet sind.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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