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Börse reagiert empfindlich auf neuen Krieg in Nahost

black modern car refueling with benzine on gas station

Die Angriffe von Israel und den USA auf den Iran haben deutliche Folgen an den internationalen Börsen. Nicht nur Rohstoffe sind betroffen.

Schon am ersten Märzwochenende 2026 hatten Börsenexperten eingeschätzt, dass vor allem die Rohstoffbörsen heftige Reaktionen auf den neuen Krieg in Nahost zeigen werden. Genau das ist auch eingetroffen. Derzeit gibt es gleich mehrere Parameter, die ihren Einfluss hauptsächlich auf die Rohölpreise und in der Folge auf die Heizölpreise und die Kraftstoffpreise an den Tankstellen geltend machen.

Rohölpreise: Was bei der aktuellen Entwicklung wichtig ist

Eigentlich gab es ein positives Signal für die Ölpreise durch die Tatsache, dass ab April 2026 mehrere zur OPEC+ gehörende Länder die Ölproduktion hochfahren wollen. Angekündigt ist ein Plus von 206.000 Barrel pro Tag. Begründet wurde das mit der globalen wirtschaftlichen Entwicklung sowie den derzeit unter dem Durchschnitt liegenden Ölreserven. Beide Faktoren würden bei einer gleichbleibenden Ölförderung zu einem Preisanstieg führen. Der neue Krieg in Nahost, der mit einem gemeinsamen Angriff Israels und der USA auf den Iran begann, hat sich binnen weniger Stunden zu einem „Flächenbrand“ ausgeweitet und weitere ölfördernde Länder in Mitleidenschaft gezogen. Diese Entwicklung wurde von der Entscheidung der OPEC+ noch nicht berücksichtigt. Zudem liegt ein weiteres Problem in der Passage der Straße von Hormus. Zahlreiche große Reedereien, die mit ihren Schiffen Öl auf diesem Seeweg befördern, haben ihren Kapitänen bereits die Durchfahrt verboten. Gründe sind die Risiken, Schiffe samt Besatzung und Ladung zu verlieren. Außerdem ziehen die Versicherungen bei solchen Lagen die Prämien kräftig an, sodass die Kosten für die Öltransporte kräftig steigen. Das gilt genauso für Transporte auf alternativen Routen.

Börse reagierte sofort mit einer Steigerung der Preise für Rohöl

Bei der Sorte WTI kostete das Barrel am letzten Handelstag vor dem ersten Märzwochenende 2026 noch 67,02 US-Dollar. Als am 2. März 2026 die ersten Börsen in Asien öffneten, stürzte der Rohölpreis zuerst ab. Danach machte er nicht nur das Minus gut, sondern stieg binnen kürzester Zeit im Intraday-Handel bis auf 73,81 US-Dollar, um sich gegen 9:30 Uhr MEZ um die 73 US-Dollar pro Barrel einzupendeln. Das entspricht einem Plus von knapp 9 Prozent. Bei der Sorte Brent wurde zeitgleich ein Plus von etwas mehr als 10 Prozent verzeichnet. Dort lag am Montag gegen 9:30 MEZ der Preis pro Barrel bereits bei 79,83 US-Dollar. Je länger der neue Krieg in Nahost andauert und die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar ist, desto höher wird der Rohölpreis steigen. Erfahrene Marktbeobachter der Börse Frankfurt gehen davon aus, dass sowohl bei WTI als auch bei Brent Preise von bis zu 100 US-Dollar pro Barrel wahrscheinlich sind. Der Grund dafür ist, dass rund 20 Prozent der gesamten Öltransporte der Welt durch die Straße von Hormus erfolgen.

Quelle: Börse Frankfurt

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