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Zensus 2022: Auskünfte können nicht verweigert werden!

Analyzing Project Statistics

Am 15. Mai 2022 starteten die Befragungen zum Zensus 2022. Wir haben die wichtigsten Fakten rund um die Volkszählung zusammengetragen.

Vorbereitend für den Zensus 2022 wurde bereits im November 2019 ein spezielles „Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022“ geschaffen. Es trägt die GESTA-Registriernummer B097. Die für die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen wichtigste Information findet sich übereinstimmend in den dortigen Paragrafen 23, 24 und 25. Sie regeln eine Auskunftspflicht. Das heißt die Angaben dürfen bei den Befragungen nicht verweigert werden. Das gilt genauso für die Wiederholungsbefragungen, die im Zensusgesetz zur Qualitätssicherung verankert sind. Sie sollen verhindern, dass Menschen mit einem Haupt- und Nebenwohnsitz doppelt erfasst werden. Die Regelungen zur Auskunftspflicht bei den Wiederholungsbefragungen finden sich in den Paragrafen 21 und 22 der gleichen Rechtsnorm.

Welche Daten werden beim Zensus 2022 in Deutschland erhoben?

Das Ziel beim Zensus 2022 besteht nicht nur in einer Volkszählung im engeren Sinne. Das Statistische Bundesamt will bei den Befragungen außerdem Daten zur Wohn- und Arbeitssituation der Menschen in Deutschland erheben. Deshalb findet im Rahmen der Befragungen auch eine Gebäude- und Wohnungszählung statt. Der komplette Fragebogen zur Haushaltebefragung umfasst Daten zum Namen, Geschlecht, Alter, Familienstand sowie der Meldeanschrift. Außerdem werden die vorhandenen Bildungsabschlüsse (Allgemeinbildung und Berufsausbildung) sowie zur Erwerbstätigkeit und Wohnsituation abgefragt. Für die Befragungen der Bewohner/-innen von Wohnheimen wurden besondere Fragebögen entwickelt. Sie enthalten auch Angaben zum Geburtsland sowie zur Staatsangehörigkeit.

Wer wird beim Zensus 2022 befragt?

Die Befragungen werden bei allen Bewohner/-innen von sämtlichen Arten der Gemeinschaftsunterkünfte durchgeführt. Das gilt genauso für Justizvollzugsanstalten. Dort sind nicht die Insassinnen und Insassen auskunftspflichtig, sondern diese Pflicht obliegt stellvertretend den Leitungen der Gefängnisse und psychiatrischen Einrichtungen mit Dauerunterbringung. Eine Befragung aller anderen Bürger/-innen per persönlichem Interview durch bevollmächtigte Personen ist nicht geplant. Dort greift der Zensus 2022 auf die Daten der Einwohnermeldeämter zurück und überprüft die Daten nur in einer repräsentativen Stichprobe, die etwa 10 Prozent der gesamten Bevölkerung einbezieht. Anders ist es bei der Gebäude- und Wohnungszählung. Dafür werden alle privaten und gewerblichen Eigentümer/-innen und Verwaltungsunternehmen befragt.

Wissenswertes zum Ablauf der Befragungen beim Zensus 2022

Die mit den Erhebungen per Interview beauftragen Personen kündigen sich vorher schriftlich an. Sie müssen sich mit einem speziellen Ausweis zusammen mit ihrem Personalausweis oder Reisepass ausweisen. Angeschriebene Probandinnen und Probanden sind nicht verpflichtet, den Interviewer/-innen Zutritt zu ihren Räumen zu gewähren. Die persönlichen Befragungen dauern etwa 5 bis 10 Minuten. Bei einem Viertel ist der Zensus 2022 danach erledigt. Die verbleibenden drei Viertel erhalten anschließend Zugangsdaten für ergänzende Online-Fragebögen, für welche die oben genannte Auskunftspflicht ebenfalls gilt. Die Gebäude- und Wohnungszählung findet überwiegend in digitaler Form statt. Sie bekommen Post von den Statistischen Landesämtern. In dem Anschreiben sind die jeweiligen Zugangsdaten für die Online-Fragebögen enthalten. Die Beantwortung ist sowohl mit einem klassischen PC oder Notebook als auch mit einem Smartphone möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Zensusgesetz 2022