Unicef-Bericht zu Kinderarmut

Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef hat den Bericht „Die Zukunft schaffen: Kinder und die nachhaltigen Entwicklungsziele in reichen Ländern“ vorgestellt. Demnach ist jedes achte Kind dem Risiko ausgesetzt, nicht genug zu essen zu bekommen. Die Unicef untersuchte dabei klassische Industriestaaten, aber auch Länder mit mittleren Einkommen, wie etwa Chile, Bulgarien oder Rumänien. In der Studie werden Kinder dann als arm bezeichnet, wenn sie in einem Haushalt leben, dessen Einkommen weniger als 50 Prozent des Durchschnittseinkommens im Land beträgt.

Deutschland hat keine armen Kinder?

In der Unicef-Untersuchung schnitt Deutschland sehr gut ab. Insgesamt wurden 41 Länder untersucht. Auf Platz eins im Ranking landete Norwegen, dicht gefolgt von Deutschland auf Platz zwei. Danach folgen Dänemark, Schweden und Finnland. Unser Nachbarland Österreich schaffte es dagegen nur auf Platz 15.

Insgesamt bemängelten die Autoren der Studie, dass Bildung, Schutz vor Gewalt gegen Mädchen und Umwelterziehung in den Ländern zu kurz kämen. Auch Sarah Cook, Direktorin des Unicef-Forschungsinstituts Innocenti sieht ein Problem: Höhere Einkommen der Eltern führen nämlich nicht automatisch zu einer verbesserten Situation der Kinder. Zudem vergrößern sich die Abstände zwischen Arm und Reich in vielen Ländern. So seien bei zwei Dritteln der untersuchten Länder die ärmsten Familien noch weiter vom Durchschnitt entfernt als noch 2008.

Insgesamt hat die Unicef neun Kategorien untersucht. Deutschland landete fast überall auf den vorderen Plätzen. Lediglich in der Rubrik „nachhaltige Städte“ reichte es nur für Platz 24. Grund dafür ist die hohe Feinstaubbelastung in den Städten, die deutlich über dem international als bedenkenlos gewerteten Grenzwert liegt.

In diesen Rubriken zeigte sich Deutschland gut

In der Rubrik Gesundheit wurde unter anderem die Sterbequote von Neugeborenen berücksichtigt. Deutschland schaffte es mit einer Sterbequote von 2,2 von 1.000 Kindern auf Platz vier von 41. In der Kategorie Arbeitschancen errang Deutschland Platz sechs. Das lag auch daran, dass lediglich 2,9 Prozent der 15- bis 19-Jährigen nicht in der Schule seien, eine Ausbildung absolvierten oder einer Arbeit nachgingen.

Im Bereich Ausbildung gab es für Deutschland Platz sieben, weil mehr als drei Viertel (75,5 Prozent) der 15-Jährigen ihrem Alter entsprechend kompetent in Lesen, Schreiben, Mathe und Naturwissenschaften seien. Überraschend war jedoch, dass Deutschland bei Armut und Hunger nur auf Platz acht landete. So geht die Unicef davon aus, dass hierzulande 15,1 Prozent der Kinder in relativer Armut leben. 4,9 Prozent der Kinder unter 15 Jahren leben laut Unicef in einer Familie, in der es nicht immer genug zu essen gibt.

Quelle: dpa