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Umgehen deutsche Museen den Mindestlohn?

Das zumindest wirft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den deutschen Museen vor. Dabei geht es in erster Linie um die Stellen für Volontäre, wie der Leiter der Abteilung Beamte und Öffentlicher Dienst beim DGB-Bundesvorstand erklärt. Karsten Schneider äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, dass der Mindestlohn in Deutschland 8,50 Euro betrage, dieser aber für Volontäre in deutschen Museen oft nicht gezahlt werde.

So ist die Hauptaufgabe des Volontariats im Museum, die Mitarbeiter fit für eine Laufbahn als Kurator in öffentlichen Museen zu machen. Allerdings gibt es für einen Großteil der besetzten Stellen nicht einmal einen Ausbildungsplan, wie Schneider kritisierte. Zudem sind Volontariate nicht regulär nach Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst geregelt. Sofern dies nicht der Fall sei, so Schneider weiter, müssten die Stellen als Praktika gewertet werden und für die gelte der gesetzliche Mindestlohn. In der Praxis jedoch sieht es anders aus – hier werden die Anwärterbezüge für den öffentlichen Dienst gezahlt, die unter dem Mindestlohn liegen.

Museumsbund wehrt sich gegen Vorwürfe zur Umgehung des Mindestlohns

Wie zu erwarten, wehren sich die deutschen Museen gegen die Vorwürfe. Eckart Köhne, der Präsident beim Deutschen Museumsbund erklärte, man setze sich schon seit Jahren für eine angemessene und faire Bezahlung ein. Zudem fordert man die Eingruppierung des wissenschaftlichen Volontariats in die Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrags. Entschieden unterstütze man außerdem die Initiative „Vorbildliches Volontariat“ mit dem gleichnamigen Arbeitskreis. Von den Vorwürfen will man daher nichts wissen.

Quelle: Nordwest-Zeitung