Thüringen beschließt zweites beitragsfreies Kita-Jahr

Eltern in Thüringen dürfen sich freuen: Trotz Kritik aus der Opposition hat der Landtag beschlossen, ein zweites beitragsfreies Kita-Jahr einzuführen.

Neben dem letzten Jahr vor der Einschulung müssen Eltern künftig auch für das vorletzte Jahr vor der Einschulung keine Beiträge mehr für den Kita-Besuch bezahlen. Am Donnerstag haben SPD, Grüne und Linke den entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen.

Kita-Neuerungen in Thüringen

Kritik kam aus der Opposition, weshalb sich CDU und AfD in der Abstimmung auch enthielten. Das zur Verfügung stehende Geld würden sie lieber anders einsetzen. Die Kosten für das Land werden sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Allerdings kommt das Geld zum größten Teil vom Bund.

142 Millionen Euro sollen über das Gute-Kita-Gesetz von Familienministerin Franziska Giffey in den kommenden Jahren nach Thüringen fließen. Helmut Holter, Bildungsminister, erklärte, dass man mit der Beitragsfreiheit vor allem armen Familien mit Kindern helfen könne. Langfristig plane man sogar, alle Beiträge für die Kitas in Thüringen abzuschaffen.

Ebenfalls sieht das Kita-Gesetz, das jetzt Kindergartengesetz heißt, vor, dass künftig bei den Vierjährigen auf eine Erzieherin nur noch 14 statt bisher 16 Kinder kommen, die betreut werden müssen.

Heftige Kritik an Thüringer Kindergartengesetz

Heftige Kritik übt die CDU-Fraktion an der Entscheidung. Marion Rosin, Abgeordnete der CDU im Thüringer Landtag sprach sogar davon, dass man die „142 Millionen Euro nicht ausschließlich für die Verbesserung der Qualität in den Kindergärten“ verwende. Außerdem sei völlig unklar, wie man die Sa zweite beitragsfreie Kita-Jahr nach dem Jahr 2022 weiter finanzieren wolle.

Stattdessen hätte die CDU es lieber gesehen, „eine gesunde und kostenlose Vollverpflegung für jedes Kind im Kindergarten“ einzuführen. Darauf reagierte die SPD-Abgeordnete Birgit Pelke verständnislos. Denn dies habe nichts mit einer Verbesserung der Betreuungsqualität zu tun.

Wiebke Muhsal von der AfD kritisierte, dass mit der Beitragsfreiheit vor allem Besserverdiener entlastet würden. Gleichzeitig fordert sie einen einheitlichen Personalschlüssel für Kinder ab drei Jahren.

Quelle: dpa