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Nylonstrümpfe: 80 Jahre hauchdünner Chic für die Beine

Two young woman in a clothing boutique

Am 15. Mai 2020 ist es genau acht Jahrzehnte her, dass die ersten Nylonstrümpfe in großen Stückzahlen im kommerziellen Handel verkauft wurden. Deshalb trägt dieses Datum in den USA auch den Beinamen „N-Day“.

Die weltweit erfolgreiche Geschichte der Nylonstrümpfe wäre ohne die wissenschaftliche Arbeit von Wallace Hume Carothers unmöglich gewesen. Ein erster Meilenstein seiner Forschung war die Entdeckung von Neopren. Die weiteren Experimente mit verschiedenen Polyamiden gipfelten 1935 zur Entwicklung von Nylon. Warum das Material den Namen Nylon trägt, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.

Von der Nylonfaser bis zum Siegeszug der Nylonstrümpfe

Der erste industriell hergestellte Nylonstrumpf entstand im Jahr 1939 in einer eigens dafür errichteten Fabrik im amerikanischen Seaford. Schon beim Versuchsverkauf zeigte sich, dass Wallace Hume Carothers damit eine gigantische Marktlücke geschlossen hatte. Nach dem Aufbau ausreichender Vorräte startete der Verkauf der Nylonstrümpfe in großen Kaufhäusern in den USA im Mai 1940. Allerdings entdeckte auch das Militär die Vorteile der Nylonfasern. Sie eigneten sich perfekt beispielsweise zur Herstellung militärischer Zelte und Fallschirme. Deshalb wurde die Produktion der Nylonstrümpfe unterbrochen und erst einige Monate nach dem Ende des II. Weltkriegs wieder aufgenommen. In den Kriegsjahren wurden die amerikanischen Frauen sogar aufgefordert, ihre Strümpfe für die Umarbeitung der Fasern in militärische Ausstattungen zu spenden. Der Neustart des Verkaufs führte zu einem Run auf die fast durchsichtige Beinbekleidung. An einigen Kaufhäusern in amerikanischen Großstädten sollen Berichten zufolge mehrere Zehntausend Kundinnen in den Schlangen gestanden haben.

Wie ging die Entwicklung der „Nylons“ weiter?

Erst im Verlauf des Jahres 1946 gelang es, die Nachfrage nach den Nylonstrümpfen einigermaßen zu befriedigen. Bis Mitte der 1950er Jahre waren die Strumpfmodelle mit rückseitiger Naht üblich. Erst danach wurde eine Technologie zur Herstellung nahtloser Strümpfe entwickelt. Kurz danach traten die ersten Nylonstrumpfhosen den Weg in die Geschäfte an. Doch den ersten Boom erlebten sie erst mit dem Aufkommen der Miniröcke. In Kombination mit den Miniröcken erwiesen sich die bei den Strümpfen notwendigen Strumpfhaltergürtel mit Clips (auch Strapse genannt) als unpraktisch. In den ersten Jahren landeten Modelle mit einer Garnstärke von 40 bis 70 den auf dem Markt. Sie werden heute als „blickdicht“ beworben. Inzwischen gibt es Nylonstrümpfe und Nylonstrumpfhosen, bei denen die Garnstärke lediglich noch 5 den beträgt. Das Kürzel „den“ leitet sich aus dem Denier-System der Seidenindustrie in Frankreich ab. Ein Denier (kurz den oder Td) entspricht einem Gewicht von einem Gramm auf einem 9.000 Meter langen Faden.

Quelle: Spiegel, Kurier, Welt